Lehman Brothers Freitag, 5. September 2008

Freitag, 5. September 2008

JP Morgan ist misstrauisch. Die Bank fordert, dass sich Lehman stärker um die Sicherung der Zahlungsfähigkeit bemühen sollte - auch im Hinblick auf die nächsten Monate. Mit einiger Verwunderung nimmt JP Morgan außerdem zur Kenntnis, dass Lehman-Chef Fuld an wichtigen Treffen mit Ratingagenturen nicht teilnehme.

Kampf um die Sicherheiten

Zugleich droht die Bank an, dass Lehman möglicherweise weitere fünf Milliarden Dollar an Sicherheiten nachschießen müsse. Damit will sich JP Morgan für den Fall absichern, dass Lehmans Bad-Bank-Pläne hektische Reaktionen an der Börse provozieren. Fünf Milliarden Dollar zu diesem Zeitpunkt? Für Lehman wäre das eine Katastrophe.

Als dann JP Morgan auch noch erfährt, dass die Verhandlungen von Lehman mit der Koreanischen Entwicklungsbank (KDB) ins Stocken geraten sind, ist endgültig klar: Die Position von Lehman verschlechtert sich laufend.

Auch die anderen Banken verfolgen argwöhnisch, was sich bei Lehman tut: Die Citigroup stuft intern die Kreditwürdigkeit Lehmans weiter herab: Hatte Lehman bislang nur ein "Schwächepotential", heißt es ab sofort: Lehman hat ein "klar umrissenes Problem". Lehman soll davon nichts erfahren - die Angelegenheit gilt als "strikt interne Angelegenheit der Citigroup". Doch sämtliche Geschäfte mit Lehman stehen ab sofort unter besonderer Beobachtung.

Die Lehman-Aktie gewinnt knapp sieben Prozent auf 16,20 Dollar.