Lehman Brothers Samstag, 13. September 2008

Samstag, 13. September 2008

Am frühen Nachmittag beendet die BoA die Verhandlungen mit Lehman: Lewis hatte am Morgen gehört, dass Paulson Hilfen seitens der Regierung ausgeschlossen hatte. Er kontaktiert ihn daraufhin und beide vereinbaren, dass sie später nochmals zusammenkommen wollten, um weitere Optionen durchzudiskutieren.

Die BoA nimmt dafür Gespräche mit Merrill Lynch auf, die sich ebenfalls an die BoA gewendet hatte. Lehman wird allerdings darüber nicht informiert. Fuld versucht den ganzen Tag über Lewis zu erreichen - ohne Erfolg. Irgendwann hat er Lewis Frau am Apparat. Sie sagt Fuld, wenn ihr Mann mit ihm reden wolle, würde er schon zurückrufen.

"Leben nach SpinCo"

Lewis wird später dem Ermittler erzählen, dass er Fulds Anrufe unbeantwortet ließ, weil er nicht glaubte, dass Fuld in der Position war, das Geschäft voranzubringen.

Lehman hingegen konzentriert sich bei den Verhandlungen mit Barclays nun auf ein Szenario, bei dem die die kritischen Lehman-Teile bereits in die SpinCo-Gesellschaft ausgegliedert sind. Fuld nennt es das "Leben nach SpinCo".

Die FRBNY fragt, ob Barclays die Schulden von Lehman garantieren würde - nur so könne die Transaktion genehmigt werden. Aber es wäre auch brandgefährlich, denn Barclays müsste selbst dann haften, wenn die Übernahme scheitern sollte.

Eine solche Garantie müsste zudem von den Barclays-Aktionären gebilligt werden. Anruf bei Buffett: Würde er die Haftung übernehmen, bis sich Lehman und Barclays einigen? Buffett ist zunächst nicht abgeneigt, später aber kann Barclays ihn nicht mehr erreichen. Die Idee stirbt.

Fuld teilt am Samstagnachmittag dem Board mit, dass Barclays angeboten habe, das operative Geschäft für drei Milliarden Dollar zu übernehmen. Und: Barclays würde für Lehmans Schulden garantieren.

Am Samstagabend glaubt Fuld immer noch, dass Lehman eine Art Vereinbarung mit Barclays hat.