Die Brücken auf den Euro-Scheinen sind pure Fiktion - bis jetzt. Die Bauten symbolisieren, na klar, europäische Einigkeit. Damit diese nicht gleich beim Streit zerbricht, welches Wahrzeichen auf die teuren Scheine darf, hatten sich die Euro-Länder in den 1990er Jahren auf virtuelle Brücken geeinigt.

Der niederländische Grafikdesigner Robin Stam holt die Brücken jetzt jedoch in die Wirklichkeit. Die Idee kam ihm, als er in einem Restaurant auf die Rechnung wartete. "Ich schaute mir derweil die Euros mal etwas genauer an und fragte mich, wo die Brücken wohl stehen mögen", sagte er Nachrichtenagentur dpa. Die sieben Brücken werden jetzt in einem Neubauviertel in seinem Geburtsort Spijkenisse unweit von Rotterdam gebaut.

Die Europäische Zentralbank erkannte die Chance, dem Euro mit realen Geldscheinbrücken zusätzlich Popularität zu verschaffen, und gab ihr Okay. Feierlich eingeweiht werden die beiden ersten Brücken im September. Sie wurden nach den 10- und 50-Euro-Noten gestaltet, die an die Baustile der Romanik sowie der Renaissance erinnern. Die fünf anderen Geldbrücken stehen wie die auf den Banknoten für Klassik (5 Euro), Gotik (20), Barock und Rokoko (100), das Industriezeitalter mit seinen Eisen- und Glasbauten (200), und die Moderne Architektur (500).

Bild: dpa 15. November 2011, 12:132011-11-15 12:13:00 © sueddeutsche.de/lom/hgn