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Kupfergeld:In Italien ist nur Bares Wahres

Italien, daran hat sich auch seit der Euro-Einführung nichts geändert, ist allerdings ein Land der Bar-Bezahler - egal ob im Restaurant oder an der Bar: Wer seine Kreditkarte auf die Theke legt, kann Pech haben, dass Kartenzahlung just an diesem Tag leider nicht funktioniert ( Problemi di c onnessione hört man dann häufig als Entschuldigung - Verbindungsprobleme).

Nur Bares ist also Wahres. Es gibt immer noch Leute, meist Touristen, die warten an italienischen Supermarktkassen oder auf dem Gemüsemarkt auf ihr Rückgeld, wenn die Kirschen 1,99 Euro gekostet haben. Meistens kann man da lange warten. Denn kein Italiener würde sich wegen des einen Cents vor dem Kassierer aufbauen und das Geld einfordern. De facto wird also schon heute auf- und abgerundet.

Rechtlich ist es auf jeden Fall so, dass jeder Bürger in der Euro-Zone darauf bestehen kann, sich Wechselgeld bis auf den letzten Cent auszahlen zu lassen. Der Euro ist als gesetzliches Zahlungsmittel festgeschrieben, und dazu zählen alle Einheiten, auch die kleinsten. Jeder Händler ist auch verpflichtet, Ein- und Zwei-Cent-Münzen anzunehmen. Es gibt allerdings eine Grenze nach oben: Mehr als 50 einzelne Münzen muss niemand akzeptieren.

Vor allem dürfte künftig aufgerundet werden in Bella Italia. Wann kostet schon mal etwas 2,53 Euro? Meistens sind es ja eher 2,59 Euro. Die Verbraucherschutz-Organisation Codacons warnt daher: "Der Abschied von den Ein- und Zwei-Cent-Münzen wird zu wilden Aufrundungen bei den Einzelhandelspreisen führen."

Auch in Deutschland gab es bereits ein Experiment mit der Abschaffung kleiner Münzen: Händler in der nordrhein-westfälischen Stadt Kleve organisierten im vergangenen Jahr über mehrere Monate die Aktion "Liebe Kunden, wir runden". Rund 100 Geschäfte beteiligten sich daran. Anlass war, dass die örtliche Sparkasse auf einmal 30 Cent pro Münzrolle verlangte. Außerdem liegt Kleve an der niederländischen Grenze, wo man ohnehin keine Kleinstmünzen mehr kennt. Die Reaktionen der Kunden waren überwiegend positiv, allerdings gab es auch welche, vor allem ältere, die das Runden nicht so schön fanden, ganz nach dem alten Sprichwort: Wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Talers nicht wert. Die Händler in Kleve denken trotzdem über eine Fortsetzung der Rundungs-Aktion nach. Jetzt haben sie einen neuen, mächtigen Verbündeten: Italien.

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