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Knappe Dividenden:Karge Zeiten für Aktionäre

Die deutschen Unternehmen schütten nur spärlich Dividenden aus - vier Dax-Konzerne verteilen nicht einen Cent an ihre Aktionäre. Es gibt jedoch auch Gewinner unter den Anlegern.

Die Aktionäre des Energiekonzerns RWE haben Glück gehabt: Das Unternehmen schüttet seinen Anteilseignern insgesamt 3,94 Milliarden Euro Dividende aus und zeigt sich damit am spendabelsten unter den deutschen Konzernen. Leer gehen hingegen die Aktionäre der Lufthansa, des Autoherstellers Daimler, des Chipkonzerns Infineon und der Commerzbank aus.

DAX, Foto: dpa

Deutsche Börse in Frankfurt: Die Unternehmen geizen bei den Dividenden.

(Foto: Foto: dpa)

Unter dem Strich werden insgesamt rund 27,3 Milliarden Euro Dividende verteilt und damit 13,8 Prozent weniger als 2009, teilte die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) in einer Studie mit.

Den Großteil der Gesamtsumme steuern der DSW zufolge die Dax-Konzerne mit rund 24,1 Milliarden Euro bei, was jedoch einem Rückgang um 13,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht.

TecDax erfreut die Aktionäre

Die zweithöchste Summe vergibt die Deutsche Telekom: 3,40 Milliarden Euro, die dann je nach Umfang des Aktienbesitzes der einzelnen Anleger verteilt werden. Der RWE-Wettbewerber Eon schüttet 2,86 Milliarden Euro und der Versicherungskonzern Allianz 1,85 Milliarden Euro aus.

Die Unternehmen in der zweiten Reihe, dem MDax, geben 1,8 Milliarden Euro ihres Gewinnes aus, 22,2 Prozent weniger als im Vorjahr. Zu den zahlungsstärksten MDax-Konzernen gehörten Hannover Rückversicherung, Fraport, Hochtief, Hugo Boss und Bilfinger Berger. Im TecDax können sich die Aktionäre jedoch über mehr Geld freuen: Die Summe der Gewinnausschüttung liegt mit 393 Millionen Euro um 118 Prozent höher als 2009.

Dividende als Risikopuffer

Nach den Worten von DSW-Hauptgeschäftsführer Ulrich Hocker zeigen die Ergebnisse, dass die Dividende bevorzugt als Risikopuffer beansprucht wurde. Die Gewinnbeteiligung erlebe in den vergangenen Jahren eine Renaissance, gerade unter Privatanlegern habe sich die Dividende als Kaufargument für Aktien etabliert, sagte Hocker.

Die DSW ist die größte deutsche Aktionärsvertretung Deutschlands. Der Verband umfasst nach eigenen Angaben 7000 deutsche Investmentclubs und vertritt rund 25.000 Mitglieder.

Für die Studie untersuchte die DSW zusammen mit dem Deutschen Institut für Portfoliostrategien der Fachhochschule für Ökonomie und Management in Essen die Ausschüttungen von 332 börsennotierten Unternehmen.