Kinder in der Küche Die Unsicherheitszone

Für kleine Kinder ist die Küche ein wahrer Abenteuerspielplatz. Der Herd zum Beispiel mit seinen Knöpfen und Schaltern ist genauso spannend wie der Wasserkocher mit seinem lauten Blubbern.

Und wie die leuchtende Flüssigkeit in den Plastikflaschen wohl schmeckt?

Gefahrenquelle Nummer eins in der Küche: Wenn Kleinkinder nach heißen Töpfen und Pfannen angeln, drohen lebensgefährliche Verletzungen.

(Foto: Foto: dpa/tmn)

Damit die Erkundungstour durch die Küche nicht im Krankenhaus endet, empfiehlt es sich, die Küche rechtzeitig kindersicher nachzurüsten.

Zu den häufigsten Verletzungen in der Küche zählen Verbrennungen und Verbrühungen. "Sie nehmen zwar prozentual einen geringeren Anteil am Gesamtunfallgeschehen ein als beispielsweise Stürze, doch wenn sie passieren, sind sie umso gravierender", sagt Nicola Quade von der Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Mehr Sicherheit für Kinder in Bonn.

Ein Brennpunkt im wahrsten Sinne des Wortes ist der Herd. "Ein Kleinkind, das sich aufrichten kann, sieht noch nicht auf die Herdplatte. Es greift nach dem Pfannenstiel oder dem Topfgriff und zieht das Kochgeschirr zu sich heran", sagt Quade. Dann ergießt sich im schlimmsten Fall kochendes Wasser oder heißes Fett von oben über den neugierigen Nachwuchs, vor allem über sein Gesicht und den Oberkörper.

Wegdrehen und vergittern

Ein solches Unglück lässt sich vermeiden, indem auf den hinteren Platten gekocht und der Griff weggedreht wird. Doch im Familienhaushalt werden oft mehr als zwei Platten gebraucht. "Sehr praktisch sind Herdschutzgitter: Sie werden an der vorderen Herdleiste befestigt und verhindern, dass Kinder darüber greifen", rät Klaus Afflerbach, Experte für Unfallprävention beim Deutschen Grünen Kreuz (DGK) in Marburg. An frei stehenden Herden seien solche Gitter allerdings schwer anzubringen.

Die sicherste Möglichkeit zu vermeiden, dass ein Kind sich die Finger verbrennt, weil es auf eine heiße Platte fasst, ist das Induktionskochfeld. "Das Gargut wird im Topf erhitzt. Die Platte selbst bleibt kalt", erklärt Ernst Martin Schaible von der Küchen-Einkaufsgesellschaft "Der Kreis" im schwäbischen Leonberg. Induktionskochfelder lassen sich auch nachrüsten, benötigen aber das passende Kochgeschirr.

Moderne Herde bieten außerdem diverse Kindersicherungsmöglichkeiten. So ist eine Schalterblende direkt neben dem Kochfeld oder auch im Oberschrank für Kinderhände nicht erreichbar. Auch Schalter mit Sperren können zumindest von schwachen Fingern noch nicht bedient werden.