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IWF: Nachfolge von Strauss-Kahn:Eine Frage wird nicht verstummen

Ursprünglich waren Weltbank und Fonds fast ausschließlich europäisch-amerikanische Institutionen. Als die späteren Siegermächte des Zweiten Weltkriegs im Juli 1944 in Bretton Woods (New Hampshire) eine neue Währungsordnung entwarfen, planten sie den Fonds als Bank, welche die Zahlungsströme zwischen der neuen Supermacht USA und Europa regulieren sollte - mit dem Dollar als Leitwährung.

Die Weltbank sollte den Wiederaufbau des zerstörten Europa finanzieren. Als die Finanzordnung der Nachkriegszeit 1971 zusammenbrach, weil die USA die Bindung des Dollars an das Gold aufkündigten, weiteten IWF und Weltbank ihre Aufgaben aus: Sie wurden zu Institutionen, die den Aufstieg der Dritten Welt hin zur Prosperität begleiten und Zahlungsbilanzkrisen in einer immer komplizierteren Welt verhindern sollten.

Der Erfolg war sehr begrenzt. IWF und Weltbank galten oft als Agenten, welche die Interessen der Industrieländer in der Dritten Welt durchsetzten, sie waren dort entsprechend verhasst. Weil es immer leichter wurde, sich auf dem freien Markt Geld zu besorgen, drohte der IWF in den neunziger Jahren sogar in die Bedeutungslosigkeit zu sinken.

Das änderte sich mit dem Ausbruch der Finanzkrise und dem Amtsantritt von Strauss-Kahn 2007. Der Fonds wurde zum Zentrum der globalen Krisenpolitik. Für die Rettung Islands, Lettlands und jetzt Griechenlands waren die Experten und das Geld des IWF unersetzlich.

Strauss-Kahn wollte den Fonds zu einer globalen Krisenpolizei umbauen. Er wusste, dass er dafür die Zustimmung der zunehmend selbstbewussten Entwicklungs- und Schwellenländer brauchte. Das wird unter einer potentiellen Direktorin Lagarde nicht anders sein. Die Frage der angemessenen Vertretung der früheren Dritten Welt wird nicht verstummen, selbst wenn Europa seine Vorrechte noch einmal sichern konnte.