Süddeutsche Zeitung

IWF-Chef fordert Aufwertung des Yuan:Appetit auf mehr

Seit China seine Währung vorsichtig aufgewertet hat, werden die Forderungen nach einer weiteren Stärkung des Yuan immer lauter. Jetzt meldet sich auch noch IWF-Chef Strauss-Kahn zu Wort.

Es reicht noch nicht. Die chinesische Währung ist gegenüber dem Dollar auf den höchsten Stand seit fünf Jahren gestiegen, doch der Direktor des Internationalen Währungsfonds (IWF), Dominique Strauss-Kahn, hat eine weitere Aufwertung gefordert.

Der IWF sei immer noch der Ansicht, dass der Yuan, die Zähleinheit der chinesischen Währung Renminbi, "unterbewertet" sei, sagte Strauss-Kahn in Washington.

China hatte gut eine Woche vor dem G-20-Gipfel am vergangenen Wochenende einen flexibleren Wechselkurs angekündigt.

Der Yuan legte seitdem im Vergleich zum Dollar aber nur leicht an Wert zu. Strauss-Kahn warnte zugleich davor, von einer weiteren Aufwertung des Yuan das Ausgleichen der Handelsbilanzdefizite einiger Staaten zu erwarten.

"In die richtige Richtung"

"Natürlich geht die Aufwertung des Renminbi in die richtige Richtung, und wir dringen weiter darauf, aber es gibt eine Menge anderer Ursachen für Ungleichgewichte, die nicht nur durch eine Veränderung der Währung angegangen werden können", sagte der IWF-Chef.

Über eine mögliche Berücksichtigung des Yuan bei den Währungsreserven des IWF äußerte sich Strauss-Kahn skeptisch: "Ich denke, es wird schwierig, den Renminbi aufzunehmen, bevor der Renminbi wirklich einen Marktpreis hat oder auf die ein oder andere Weise eine Währung mit flexiblem Wechselkurs ist."

Er hoffe aber, dass dies sich bald ändere, weil es "mehr und mehr Gründe" für eine Berücksichtigung anderer Währungen bei den Währungsreserven gebe. Derzeit legt der IWF seine Reserven in Dollar, Euro, britischem Pfund und japanischem Yen an.

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