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Internetbank Fidor:Das Ziel für 2012 ist eine "rote Null"

"Die Banken haben ihren Kunden in den vergangenen Jahren immer mehr dazu erzogen, nicht mehr mit ihnen zu reden. Das ist falsch", findet Kröner. Deshalb also die Netzgemeinde. Auf der Plattform der Bank können Nutzer Meinungen äußern und Fragen stellen. Antworten bekommen sie von einem der 25 Mitarbeiter bei Fidor, aber auch von anderen Netzwerkern, unter denen Vermögensberater und Geldexperten sind, die die Kunden auf diese Weise unverbindlich ausprobieren können.

"In der Krise haben wir gelernt, dass die meisten Menschen die Nase voll haben von Banken", ist Kröner überzeugt. Das Geld jedoch einfach liegen zu lassen und einen Bogen um die Finanzbranche zu machen, sei aber nicht die Lösung. "Geldthemen sind superwichtig und sollen trotzdem Spaß machen", definiert der Vater von zwei Kindern seine Motivation zur Gründung der Mitmach-Bank.

Er will seine Kunden auch ein bisschen erziehen: "Reden Sie über Geld, nehmen Sie sich 30 Minuten pro Woche, um Ihre Finanzen in den Griff zu bekommen", heißt es in einer Unternehmens-Broschüre. Auch hier haben die Nutzer mitgeschrieben, erzählt Kröner, ganz Marketing-Mann.

Sich selbst kümmern, Zeit investieren, über Geld reden, in Foren diskutieren. Für manche Verbraucher mag es zu viel sein, was der Münchner Mitmach-Banker ihnen damit abverlangen will. Aber die lethargische Klientel will Kröner dann auch nicht unbedingt haben, das verhehlt er nicht: "Wir sind ausgerichtet auf die digitale Kundschaft." Immerhin 40 Millionen Nutzer seien inzwischen bei sozialen Netzwerken wie Facebook aktiv, ein riesiger Markt also, den Fidor sich erschließen könnte.

"Die Bank sind Sie"

Preise für seinen Ansatz hat Kröner schon fleißig eingeheimst. Aber profitabel ist Fidor zweieinhalb Jahre nach Erteilung der Banklizenz noch nicht. Für 2012 hat sich Kröner, der nach Börsengang und Kapitalerhöhung selbst noch mit knapp 14 Prozent an dem Geldhaus beteiligt ist, zumindest "die rote Null" vorgenommen. Und geht für dieses Ziel ein wenig im angestammten Bankgeschäft hausieren. So ist seit kurzem eine Kreditkarte aufs Fidor-Konto möglich. Ein Gehaltskonto soll bald folgen. Das Tagesgeld von Fidor gehört mit 2,55 Prozent Verzinsung bereits zu den attraktiveren Angeboten am Markt.

Aber leuchtende Augen bekommt der Web-Banker bei der Vorstellung dieser Produkte nicht. Die kommen erst wieder, als er über die neue Kooperation mit Smava spricht, einem privaten Kreditportal, bei dem sich Teilnehmer auf privater Basis gegenseitig Geld leihen. Die Zusammenarbeit mit Smava brachte auf einen Schlag 3000 neue Kunden, verrät er - und eine Menge Elan für weitere Innovationen, die den Bankenmarkt möglichst genauso revolutionieren sollen wie einst die Direktbanken.

Eine Idee plaudert Kröner schon aus: Die Kunden sollen mitbestimmen, für welche Projekte Fidor Kredite vergibt. "Die Bank sind Sie" - dem früheren Motto des Online-Bankers käme das schon sehr nahe.

© SZ vom 07.03.2012/feko
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