Insolvenzverfahren Zweites Leben für Lehman

Die Pleitebank Lehman Brothers versucht es jetzt unter neuer Flagge: Als "Lamco" soll der Neustart gelingen. Die Gläubiger warten schon.

Anderthalb Jahre nach ihrem dramatischen Zusammenbruch hat die US-Investmentbank Lehman Brothers wieder eine Zukunft vor sich. Ein beim Insolvenzgericht in New York vorgelegter Restrukturierungsplan sieht die Gründung eines Unternehmens namens Lamco vor, die Kurzform steht für Legacy Asset Management.

Die neue Firma soll nicht nur die verbliebenen Vermögenswerte von Lehman Brothers verwalten, sondern sich auch um externe Problemfälle kümmern, etwa um gestrauchelte Hedgefonds. Lehman Brothers war im September 2008 in die Pleite geschlittert und hatte damit für eine Schockwelle an den Finanzmärkten gesorgt.

Noch immer warten 65.000 Gläubiger auf Ihr Geld. Sie haben Ansprüche über rund 830 Milliarden Dollar angemeldet. Auch nach Vorlage des Sanierungsplans ist unklar, wer welchen Anteil aus dem Topf bekommt. "Es kann noch viele Jahre dauern", sagte Lehman-Sanierer John Suckow der Financial Times.

Etliche der Ansprüche sind umstritten, langwierige juristische Auseinandersetzungen dürften die Folge sein. Die neue Firma Lamco soll ungeachtet dessen schon am 1. Mai ihre Arbeit aufnehmen. Informationen der Finanz-Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge soll sie im ersten Schritt Vermögenswerte aus dem Lehman-Topf über rund 30 Milliarden Dollar verwalten, darunter Immobilien, Beteiligungen, Hypotheken und Firmenkredite.

Der Insolvenzverwalter hofft, dass der Wert im Zuge der allgemeinen wirtschaftlichen Erholung steigt. Dementsprechend würden auch die Lehman-Gläubiger letztlich mehr Geld sehen. Rund 500 Mitarbeiter, die derzeit noch die Investmentbank abwickeln, sollen in das neue Unternehmen rüberwechseln. Der Insolvenzrichter muss dem Plan noch zustimmen.