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Insolvenzen:500 Millionen Euro Schaden durch Franchise-Pleiten

McDonald's, Fressnapf oder Schülerhilfe: In Deutschland wächst die Franchise-Branche. Doch das Risiko für Existenzgründer ist groß, berichtet das Magazin "Spiegel". Der Schaden durch Insolvenzen liege bei einer halben Milliarde Euro. Einen gesetzlichen Schutz gibt es nicht.

Das Risiko für Existenzgründer, mit Investitionen in eines der 985 Franchise-Systeme in Deutschland ihr Geld zu verlieren, ist groß. Wie das Magazin Spiegel berichtet, können nur 115 von ihnen eine Prüfplakette des Deutschen Franchise-Verbands (DFV) vorweisen, nachdem sie einen sogenannten Systemcheck bestanden haben.

Nur 150 bis 200 Franchise-Geber, zitiert das Magazin den Unternehmensberater und Branchenkenner Felix Peckert, böten Neulingen "eine gute Aussicht, ihr eigenes Unternehmen mit einem geringen Risiko aufzubauen".

Christian Prasse, amtierender Vorsitzender des Deutschen Franchise-Nehmer Verbands (DFNV) und Franchise-Anwalt, sieht "eine wirklich gute Vertriebsform wegen einer Vielzahl schwarzer Schafe in eine ethische Krise geraten". Der Schaden durch Insolvenzen betrage in Deutschland "zurückhaltend geschätzt 500 Millionen Euro im Jahr", der durchschnittliche Schaden pro Franchise-Nehmer etwa 250.000 Euro.

Bei etwa 60 spezialisierten Anwälten seien, so Prasse, rund 4000 Rechtsstreitigkeiten anhängig. Während der DFNV ein Franchise-Gesetz fordert, um kleine Existenzgründer vor großen Franchise-Gebern zu schützen, lehnt der DFV dies ab.

Die Zahl von Franchise-Gebern wie McDonald's, Fressnapf und Schülerhilfe stieg seit nach Angaben des Spiegels 2002 auf 985, die der Franchise-Nehmer von 41.200 auf 72.700. Die Branche setzte 2012 rund 61,2 Milliarden Euro um, doppelt so viel wie die pharmazeutische Industrie in Deutschland.