Süddeutsche Zeitung

In Deutschland:Leerstandsquote weiter gesunken

Vor allem in den Metropolen sind nahezu alle Wohnungen belegt. Nach einer Analyse von CBRE-empirica sind hierzulande 3 Prozent oder 622.000 Unterkünfte unbewohnt, 125.000 weniger als vor fünf Jahren.

Von Andreas Remien

In Deutschland stehen immer weniger Wohnungen leer. Das geht aus dem aktuellen CBRE-Empirica-Leerstandsindex hervor. Insbesondere in den begehrten Metropolen sind nahezu alle Wohnungen belegt. Laut der Analyse stehen in ganz Deutschland 3,0 Prozent oder 622 000 Wohnungen leer. Das sind 125 000 Einheiten weniger als vor fünf Jahren. In Ostdeutschland (ohne Berlin) liegt die Quote bei 6,0 Prozent, in Westdeutschland bei 2,4 Prozent.

Grundlage der Erhebung sind Zahlen der Immobilienberatung CBRE aus dem vergangenen Jahr. Der Index bildet den "marktaktiven Leerstand", also nur Wohnungen ab, die auch tatsächlich unmittelbar vermietbar wären. Ruinen zum Beispiel werden laut Empirica nicht berücksichtigt.

Je nach Region fällt die Leerstandsquote sehr unterschiedlich aus. Vor allem in den wachsenden Städten schrumpfen die Wohnungsreserven seit Jahren. Mit einer Quote von 0,2 Prozent gibt es in München so gut wie gar keinen Leerstand mehr. Auch in Frankfurt und Münster (jeweils 0,5 Prozent) oder Hamburg und Darmstadt (jeweils 0,6 Prozent) sind nahezu alle Immobilien bewohnt. Besonders stark ist der Leerstand seit 2010 in Leipzig zurückgegangen (von 9,7 Prozent auf 5,3 Prozent).

In einigen Städten Deutschlands haben Mieter und Käufer dagegen ein großes Angebot. Am höchsten sind die Leerstandsquoten der Studie zufolge in Salzgitter (9,8 Prozent), Pirmasens (9,3 Prozent), Chemnitz (8,5 Prozent), Schwerin (8,4 Prozent) und Halle an der Saale (8,0 Prozent). In den meisten dieser Städte ist der Leerstand allerdings niedriger als noch 2010. Der Trend sinkender Quoten wird laut Empirica aber nicht anhalten. "In den kommenden Jahren bis 2020 ist wieder mit einem Anstieg zu rechnen - vor allem in den ländlichen Wegzugsregionen", sagt Reiner Braun, stellvertretender Vorstand der Empirica AG.

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Quelle:
SZ vom 09.12.2016
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