Immobilienmesse Auf Rekordjagd

Viel los: Zur Expo Real kamen noch mehr Besucher als im Vorjahr.

(Foto: Thomas Plettenberg / Messe München)

Auf der Messe Expo Real zeigt sich die Immobilienbranche in guter Stimmung. Die Umsätze steigen. Risiken wie steigende Zinsen sind nur Randthemen.

Von Andreas Remien

Schönes Wetter während der Expo Real macht es dem Messebesucher normalerweise deutlich einfacher. Weil viele Investoren, Makler, Architekten, Bürgermeister und andere Regierungsvertreter unter freiem Himmel Kontakte knüpfen und Deals einfädeln, herrscht in den Hallen nicht so ein dichtes Gedränge. In diesem Jahr war das Wetter sehr passabel, aber trotzdem war es sehr voll, draußen wie drinnen. Gut 44 500 Teilnehmer kamen laut Messe München zu dem Branchentreffen, etwa 6,6 Prozent mehr als im Vorjahr. "Die Expo Real reflektiert den Boom in der Immobilienwirtschaft", berichtet Klaus Dittrich, Chef der Messe München.

Seit Jahren profitiert die Branche vor allem von den niedrigen Zinsen. Weil Finanzanlagen wie Staatsanleihen kaum mehr Renditen abwerfen, suchen viele Anleger händeringend nach Immobilien. "Das Transaktionsvolumen steuert dieses Jahr wieder auf einen neuen Rekordwert zu", berichtet Andreas Ewald, Geschäftsführer von Engel & Völkers Investment Consulting GmbH (EVIC). Gekauft werden Bürotürme ebenso wie Wohnungen, Hotels oder Logistikhallen. Nur bei Einzelhandelsimmobilien scheinen die besten Zeiten vorbei zu sein. Weil immer mehr über das Internet gekauft wird, sind Investoren bei Kaufhäusern und Shopping-Centern vorsichtiger geworden.

Handelskonflikte, Brexit, steigende Zinsen in den USA? Die Risiken spielten auf der Messe nur eine untergeordnete Rolle. Es herrschte "gefühlt grandiose Normalität", sagt Andreas Wende, Geschäftsführer des Transaktionsberaters NAI Apollo, "alle haben ein Lächeln auf den Lippen, und negative Tendenzen sind weder real noch durch Veränderungen im Zinsumfeld erkennbar". Die Nachfrage nach Immobilien ist groß, auch bei vielen ausländischen Anlegern. "Die Expo Real ist in den letzten Jahren viel internationaler geworden", sagt Audrey Klein von Corestate Capital. Auch weil immer mehr Investoren aus dem Ausland Immobilien in Deutschland kaufen wollen, steigen die Preise. Immer mehr Anleger suchen daher nach Nischen. Sie kaufen nicht mehr nur Bürotürme, sondern zum Beispiel auch Mini-Apartments oder Studentenwohnheime.