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IKB-Pannenbanker Ortseifen:Dienst ist Dienst, Villa ist Villa!

Halsstarriger Pannenbanker: Für die IKB ist Stefan Ortseifen zwar seit zwei Jahren nicht mehr tätig - die Dienstvilla bewohnt er aber noch. Nun soll geräumt werden.

Widerspenstig: Der vor zwei Jahren fristlos entlassene Chef der angeschlagenen Mittelstandsbank IKB, Stefan Ortseifen, soll zum Auszug aus seiner Dienstvilla gezwungen werden.

Der frühere IKB-Chef Stefan Ortseifen wurde von der Bank vom Hof gejagt, doch aus seiner Dienstvilla will er nicht verschwinden.

(Foto: Foto: dpa)

Dort residiert der 58-Jährige noch immer - ohne Miete zu zahlen. Wegen der Miet-Rückstände habe die Bank eine Räumungsklage beim Amtsgericht Neuss eingereicht, bestätigte eine Sprecherin des angeschlagenen Geldinstituts einen Bericht des Handelsblatts. "Er ist der Ansicht, dass sein Dienstverhältnis zu Unrecht gekündigt wurde und verrechnet seine Forderungen mit der Miete."

Gegen Ortseifen war vor drei Wochen Anklage wegen Kursmanipulation und Untreue erhoben worden. Der 58-Jährige soll für 120.000 Euro aufwendige Arbeiten an der Villa veranlasst haben: Ein größerer Wintergarten, die Renovierung der Küche, die Einfriedung des Grundstücks, edle Lautsprecher-Boxen - alles zahlte die Bank.

Verdacht der Untreue

Diese Aufwendungen, die die Staatsanwaltschaft als Untreue einstuft, versucht die IKB auf zivilrechtlichem Weg als Schadenersatz zurückzubekommen. Die Arbeiten an ihren Dienstvillen hatten sich die Bank-Vorstände gegenseitig genehmigt.

Mit dem Absturz der IKB vor zwei Jahren hatte die weltweite Finanzkrise Deutschland erreicht. Als Hauptaktionärin der IKB musste die staatliche Förderbank KfW eine Kreditlinie von 8,1 Milliarden Euro zusichern.

Inzwischen wurde die IKB für 115 Millionen Euro vom Finanzinvestor Lone Star aufgekauft. Vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass die IKB nach fünf Milliarden Euro Garantien weitere sieben Milliarden Euro aus dem Bankenrettungsfonds benötigt und bekommt.

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