bedeckt München
vgwortpixel

HSH Nordbank: Dirk Nonnenmacher:Zoff hier, Zoff dort

HSH-Nordbank-Chef Dirk Jens Nonnenmacher gerät von allen Seiten in Bedrängnis: Der Hamburger Senat würde ihn wohl am liebsten loswerden und in Schleswig-Holstein ermittelt die Justiz. Doch noch steht Aufsichtsratschef Hilmar Kopper zu dem umstrittenen Banker.

Für das Management der HSH-Nordbank wird es jetzt richtig eng: Nicht nur distanziert sich inzwischen die Hamburger Landesregierung von der Führung des Instituts, sondern die Staatsanwaltschaft Kiel ermittelt zudem wegen der Verdachts der falschen Verdächtigung.

Pressekonferenz HSH Nordbank

"Das Vertrauen ist erheblich strapaziert." Der Vorstandsvorsitzende der HSH Nordbank, Dirk Jens Nonnenmacher, bei einer Pressekonferenz des Geldhauses im August.

(Foto: ddp)

Bei den Bedenken des Hamburger Senats gegen die HSH-Nordbank-Führung geht es um die Spitzelaffäre, die seit zwei Monaten schwelt. Das Vertrauen in den Vorstand der Bank ist nach Angaben von Bürgermeister Christoph Ahlhaus (CDU) inzwischen erheblich strapaziert.

Der Landesvater des Stadtstaates sagte, der Vorstandsvorsitzende Dirk Jens Nonnenmacher habe zwar jede Verwicklung in die Überwachung von Kritikern gegenüber dem Senat dementiert. Trotzdem habe Hamburg "weiteren Klärungsbedarf" und werde nun Informationen darüber anfordern, wer Auftäge an die Überwachungsfirma Prevent unterzeichnet habe. "Wir wollen genaue Informationen, welcher Auftrag gegeben worden ist", sagte Ahlhaus.

Senat bestellt Aufsichtsrat zum Rapport

Am Freitag hatte das Kreditinstitut eingeräumt, dass Prevent in mindestens einem Fall eine politische Veranstaltung von Kritikern der Bank ausgespäht hat. Prevent hat Rechnungen in Millionenhöhe für weitgehend ungeklärte Sicherheits-Dienstleistungen für die Bank gestellt.

Ahlhaus sagte, die Landesregierung sei "in Sorge, inwieweit die Vorwürfe die weitere Entwicklung der Bank belasten". Zu der Frage einer möglichen Trennung von Nonnenmacher sagte Ahlhaus, dazu müsse sich der Senat "über rechtliche Folgewirkungen eines Vorgehens genau absichern".

Er kündigte an, das Thema der Zukunft Nonnenmachers in den Aufsichtsrat zu tragen: Hamburg und Schleswig-Holstein hätten vor, "ein klärendes Gespräch mit dem Aufsichtsrat nochmals zu führen, um die Grundlage der Zusammenarbeit zu besprechen".

Kopper steht zu Nonnenmacher

Der Senat sehe "mit Sorgen, inwieweit die aktuelle Diskussion das Sanierungsziel gefährden kann", sagte Ahlhaus. Er kündigte an, das Thema solle bis Jahresende geklärt sein. Ahlhaus machte aber auch klar, es gebe bisher "keine justiziablen Tatsachen", die gegen Nonnenmacher sprächen.

Die HSH Nordbank hatte am Freitag eingeräumt, dass die Sicherheitsfirma Prevent eine Diskussionsveranstaltung mit dem HSH-Kritiker und früheren Kieler Wirtschaftsminister Werner Marnette im Jahr 2009 besucht hatte.

Zur SZ-Startseite