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Heizen:Wie man es richtig macht

Alte Kaminöfen sind schmutzig, neue dagegen vergleichsweise sauber? Das stimmt nur auf dem Papier. Wer einige Grundregeln kennt, kann aber den Schadstoffausstoß in jedem Fall deutlich verringern. Die wichtigsten Tipps.

Alte Kaminöfen sind schmutzig, neue dagegen vergleichsweise sauber? Das stimmt nur auf dem Papier. "In der Praxis hängt die Höhe der Emissionen ganz erheblich auch davon ab, wie die Anlagen betrieben werden", sagt Hans Hartmann vom Bayerischen Technologie- und Förderzentrum (TFZ). Wer einige Grundregeln beachte, könne den Schadstoffausstoß deutlich mindern, auch wenn der Kamin nicht dem neuesten Stand der Technik entspreche. Dazu gehört, keine beschichteten, lackierten oder anderweitig behandelten Hölzer zu verbrennen - was ohnehin verboten ist. Auch kein Zeitungspapier oder Papierbriketts, da die Druckfarben und Bindemittel problematische Stoffe enthalten.

Nur naturbelassenes, trockenes Holz gehört in die Brennkammer. Die Restfeuchte sollte auf keinen Fall mehr als 25 Prozent betragen. Liegt der Wert höher, steigen die Schadstoffwerte in der Abluft drastisch an. Zudem leidet die Effizienz, weil ein Teil der Energie dafür aufgewendet werden muss, das im Holz enthaltene Wasser zu verdampfen. Wie feucht der Brennstoff ist, lässt sich mit einem Messgerät ermitteln. Einfache Modelle gibt es bereits ab 15 Euro zu kaufen. Einen groben Hinweis gibt die Probe mit dem Fingernagel: Lässt sich das Holz leicht einritzen, ist es noch zu feucht.

Kommt schwarzer Rauch aus dem Kamin, ist das ein Zeichen unvollständiger Verbrennung

Auch die Art und Weise des Anzündens hat Einfluss auf die Umweltbilanz. Hartmann rät dazu, den Anzünder auf den Scheiten zu platzieren, sodass sich das Feuer von oben nach unten fressen kann. Das hat den Vorteil, dass nur wenig unverbrannte, schadstoffreiche Gase den Feuerraum verlassen. Ohnehin ist während des gesamten Abbrands wichtig, dass das beim Aufheizen des Holzes entstehende Gasgemisch vollständig verbrennt. Nur so lässt sich die Schadstoffbelastung gering halten. Ob das gelingt, kann man an der Feuerraum-Scheibe ablesen: Ist sie verrußt, verläuft die Verbrennung nicht sauber. Ein anderer Indikator ist der Rauch, der aus dem Schornstein kommt. "Der Rauch sollte weiß oder grau sein und auf keinen Fall schwarz. Schwarze Farbe ist ein Zeichen unvollständiger Verbrennung und hoher Rußemissionen", sagt Christian Liesegang vom Umweltbundesamt. Die Holzscheite sollten nicht zu klein sein, da sonst viel Sauerstoff gebraucht wird, um die gesamte entstehende Gasmenge zu verbrennen. Zu groß dürfen sie aber auch nicht sein, weil dann nicht die für einen sauberen Prozess nötigen Temperaturen erzielt werden. Zudem sollte der Feuerraum nicht zu sehr gefüllt sein.

Darüber hinaus empfiehlt TFZ-Experte Hartmann, darauf zu achten, dass die Brennkammer gut belüftet wird. "Wer die Luftzufuhr stark drosselt, um nicht zu häufig nachlegen zu müssen, macht einen großen Fehler", so der Experte. Mangelt es an Sauerstoff, wird die Verbrennung der Gase beeinträchtigt. Damit steigen die Emissionen deutlich. Die Luftmenge sollte erst dann reduziert werden, wenn kein Holz mehr nachgelegt wird und nur noch Glut glimmt. Manche neue Kaminofenmodelle regeln die Sauerstoffzufuhr automatisch. Dabei stellt ein Sensor sicher, dass stets die optimale Menge an Luft in den Feuerraum geführt wird.