Jérôme Kerviel & Edith Piaf "Non, je ne regrette rien"

Eine schöne, rauchige Stimme wie Edith Piaf hat Jérôme Kerviel (Foto links) nicht, aber seine Werke schallen auch so in alle Welt. Der Franzose ist für viele der Spekulant der Subprime-Zeit, seit er bei seiner Bank Société Générale sagenhafte 4,9 Milliarden Euro verzockt hat.

Das Beste: Ein zerknirschtes Schuldgeständnis hat man von ihm bisher nicht gehört. Er bereut nichts. Die Mehrheit der gerne linksgewirkten Franzosen hält ihn laut einer Umfrage gar für unschuldig.

Der Händler ist längst zum Star, zum "Che Guevara der Finanzen" erkoren worden. Die Tat Kerviels hat für viele Menschen einen ungewöhnlichen Charme. Denn er hat der Fratze des Kapitalismus den Mittelfinger gezeigt, so sieht es die linke Salon-Schickeria. Deswegen hat er nach ihrer Meinung zu Recht kein Schuldbewusstsein. Ob er damit auf Dauer durchkommt, wird noch zu hören sein.

Fotos: AP, dpa

2. September 2008, 12:152008-09-02 12:15:00 ©