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Happening vor der Ergo-Zentrale:Protest in Bademänteln

Ergo wird immer wieder vom Sexskandal eingeholt: Jetzt hat der Satiriker Martin Sonneborn über Facebook zum Happening vor der Ergo-Zentrale aufgerufen. Knapp 400 Personen haben bereits zugesagt - und sie werden wohl nicht in normaler Kleidung kommen.

Mittwoch, 10 Uhr Pressekonferenz Ergo zu Ergebnissen und Konsequenzen nach Untersuchung der aktuellen Vorwürfe gegen die Versicherungsgruppe", heißt es nüchtern im Terminplan der Nachrichtenagenturen für diese Woche. Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Veranstaltung nicht ganz so unspektakulär ablaufen wird, wie sie klingt.

Martin Sonneborn ist Vorsitzender der "Partei"

Der Satiriker Martin Sonneborn von der Partei "Die Partei".

(Foto: dpa)

Das liegt an einem Mann, der mit seinen Aktionen in Deutschland schon gelegentlich für Aufsehen gesorgt hat: Der Satiriker und Polit-Agitator Martin Sonneborn, 46, hat über Facebook zu einem Happening vor der Ergo-Zentrale in Düsseldorf aufgerufen: "Gäste in frivoler Aufmachung, in Bademänteln, mit Sektflaschen, blauen Armbändern" sollen sich am Victoriaplatz 2 einfinden.

Die Aktion spielt auf die inzwischen legendäre Sexparty in einem Budapester Bad an. Die Hamburg Mannheimer Versicherung, inzwischen im Ergo-Konzern aufgegangen, richtete die Party im Jahr 2007 für ihre Top-Vertreter aus. Dabei standen Prostituierte mit Armbändern in verschiedenen Farben den Feiernden zu Diensten.

Sonneborn war früher Chefredakteur des Satiremagazins Titanic. Als solcher sorgte er 2000 für Aufsehen, als er in einem Fax vorgab, die Fifa-Delegierten mit einer "Schwarzwälder Kuckucksuhr und einem Fresskorb mit Bierkrug" bestechen zu wollen, damit sie die Fußball-WM 2006 nach Deutschland vergaben. Der neuseeländische Delegierte gab später zu, sich deswegen der entscheidenden Stimme enthalten zu haben. Seither bezeichnet sich Sonneborn als den "Mann, der die WM nach Deutschland holte".

2003 zog Sonneborn ungebeten für die bayerische SPD in den Wahlkampf, mit den Slogans "Mit Anstand verlieren" und "Wir geben auf". Im Jahr 2004 rief er seine eigene Partei ins Leben, genannt "Die PARTEI". Im Jahr 2004 baute der Parteichef zum 15. Jahrestag der DDR-Grenzöffnung zwischen Hessen und Thüringen die Mauer wieder auf. "Wir wollen die endgültige Spaltung Deutschlands", deklamierte er. 2009 beantragte er für seine Partei die Zulassung zur Bundestagswahl. Als man ihm diese untersagte, hielt er vor dem Reichstag eine Kundgebung.

Nun hat die Partei ein neues Betätigungsfeld gefunden: die Wirtschaftspolitik. Der Aufruf, zur Ergo-Zentrale zu kommen, richtet sich an 1900 Facebook-Mitglieder. 390 hatten bis Dienstag Morgen zugesagt. Ergo wollte die Aktion nicht kommentieren.