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Häftling Bernard Madoff:"Er passt hier perfekt hin"

Anpassungsfähig: Millardenbetrüger Bernard Madoff war in der Welt der Hochfinanz noch bis vor Kurzem sehr beliebt, doch nun macht er auch im Kittchen "bella Figura".

Der zu 150 Jahren Haft verurteilte Finanzbetrüger Bernard Madoff ist im Gefängnis allseits beliebt. "Er passt hier perfekt hin und hat mit niemandem Probleme", sagte ein Mitarbeiter der Justizvollzugsanstalt Butner im US-Bundesstaat North Carolina der New York Post.

Bernard Madoff, dpa

Als er vergangenen Dezember unter Hausarrest gesetzt wurde, versteckte sich Madoff noch unter einer Kappe vor den Journalisten. Jetzt hat er sich in sein Schicksal gefügt: Der Vorzeige-Häftling ist im Gefägnis beliebt.

(Foto: Foto: dpa)

Der 71-Jährige arbeite täglich sieben Stunden in einer Abteilung, in der Gravuren hergestellt werden. Madoff graviert in seiner Arbeit dem Bericht zufolge Namensschilder für Türen und Schreibtische.

Die Arbeit beginnt für den Milliardenbetrüger demnach täglich bereits um sieben Uhr morgens, sie endet um 14.30 Uhr. Mit dem Geld, das Madoff in der Werkstatt verdient, kann er sich der New York Post zufolge im Gefängnisladen Lebensmittel kaufen und in seiner eigenen Zelle kochen.

Gefängnis de-luxe

Bislang isst er demnach allerdings gemeinsam mit den anderen Gefangenen. Das Gefängnis in Butner gilt aufgrund seines Personals und seiner medizinischen Einrichtungen als US-Vorzeigegefängnis.

Mitgefangenen gegenüber habe sich Madoff beschämt über sein Aussehen geäußert, berichtete die New York Post weiter. "Als ich erstmals wieder in einen Spiegel schaute, bin ich vor mir selbst erschrocken. Ich hatte mich vier Monate nicht selbst gesehen und hatte überall Haare."

Madoff betonte bislang stets, allein gehandelt zu haben. Auch seine Familie habe nichts gewusst. Seine Frau sei ihm böse, weil die Paparazzi sie nicht mehr in Ruhe ließen, erzählten Mitgefangene der Zeitung zufolge.

Madoff war Ende Juni zu 150 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Er hatte über Jahre hinweg zahlreiche Anleger mit einem 65 Milliarden Dollar (46 Milliarden Euro) schweren Schneeballsystem um Milliarden Dollar geprellt. Zu seinen Opfern zählten Banken, Privatleute, aber auch Wohltätigkeitsorganisationen.

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