Griechenland und die Börsen Dax erholt sich vom Referendums-Schock

Durchatmen nach dem Absturz: Die Pläne der griechischen Regierung, das Volk über das Sparpaket abstimmen zu lassen, lässt die Aktienmärkte vorerst nicht weiter einbrechen - der Dax gewinnt sogar hinzu.

Die Finanzmärkte reagierten zunächst schockiert auf die Pläne der griechischen Regierung, das Sparpaket noch einmal dem Volk zur Abstimmung vorzulegen. Am Mittwoch startete der deutsche Leitindex Dax aber wieder mit einem Plus von mehr als 1,5 Prozent in den Handelstag, nachdem er am Dienstag noch in die Tiefe gerauscht war. Nach einem kurzen Einbruch am Vormittag lag der Index immer noch im Plus. Kurse der Papiere von Deutscher Bank und Commerzbank, der beiden Finanzinstitute unter den 30 Dax-Konzernen, gewannen hinzu.

Alles halb so wild? Ein Händler an der Frankfurter Börse. Der Dax erholte sich am Mittwoch zunächst wieder vom Schock des Vortages.

(Foto: AP)

Dabei waren die Vorgaben alles andere als berauschend gewesen: Direkt nach Bekanntwerden von Papandreous Referendumsplänen war der Dax am Dienstag noch um mehr als fünf Prozent abgestürzt. Ökonomen und Politiker warnten, der Euro sei in Gefahr, sollten die Griechen mit nein stimmen. Außerdem könnten andere überschuldete Euro-Staaten wie Italien endgültig in den Sog der Griechenland-Krise geraten.

Französische Banken stürzten am Dienstag extrem ab. Sie sind stark in Griechenland engagiert und wären deshalb von einer Staatspleite des Landes besonders betroffen. Der Aktienkurs der Société Générale fiel um mehr als 16 Prozent. Die Papiere von BNP Paribas und Crédit Agricole verloren je 13 Prozent.

Auch an der Wall Street in New York ging es bergab: Der Dow Jones beendete den Dienstag 2,5 Prozent tiefer, der Nasdaq verlor 2,9 Prozent. Am Mittwoch schloss die Tokioter Börse wegen der neuen Sorgen über Griechenland schwach. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte notierte zum Handelsende mit einem deutlichen Abschlag von 2,2 Prozent. Der breit gefasste Topix büßte 2,1 Prozent ein. An diesem Donnerstag bleiben Japans Aktien- und Devisenmärkte wegen eines Feiertages geschlossen.