Gewerbeimmobilien in Europa "Die Zeit des Bling-Bling ist vorbei"

Wie immer bieten Krisen Investoren allerdings auch Chancen. Ein Staatsfonds aus Dubai will der angeschlagenen spanischen Firma Colonial helfen. Weltweit suchen Fonds mit viel Geld nach den raren Perlen, deren Wert auch in der Krise Bestand hat. Manche glauben, sie in China und Indien gefunden zu haben. Andere ziehen nicht ganz so weit und machen in Osteuropa oder der Türkei halt.

Neue Orte für Investments in Immobilien, aber auch neue Finanzierungsmöglichkeiten, das sind die Themen auf der Mipim. Die Branche ordnet sich neu, um eine Bruchlandung zu vermeiden.

Wenn der Holländer Verweij von Zwangsverkäufen spricht, denkt er vor allem an Finanzinvestoren. Sie waren weltweit in börsennotierte Immobilienfirmen eingestiegen und finanzierten ihre Investments großteils über Kredite. Das ging so lange gut, wie die Kurse stiegen.

Auch Frankfurt betroffen

Damit ist es jedoch seit einem Jahr vorbei. Banken schauen nun genauer hin, Anschlussfinanzierungen sind nicht mehr sicher. Viele Private-Equity-Fonds müssen daher ihre Immobilien auf dem Markt abstoßen.

Dadurch könnten die Preise für Bürogebäude in Westeuropa um fast ein Fünftel sinken, schätzen Experten. Staatsfonds nicht nur aus Arabien dürfen auf weitere Schnäppchen hoffen. Die könnten sich auch für jene deutschen Fonds bieten, die über viel Eigenkapital verfügen. 80 Milliarden Euro, teilte der Branchenverband BVI mit, haben deutsche Privatanleger in offene Immobilienfonds investiert. Wie viel Geld davon in Immobilien im Ausland steckt, geht aus den Angaben nicht hervor, ein erklecklicher Teil wird es aber sein. Hier drohen jetzt Verluste.

Die deutsche Immobilienbranche wird sich der Krise ebenfalls nicht entziehen können. Es gibt keinen Grund, warum Investoren bereit sein sollten, in München oder Frankfurt höhere Preise für Bürohäuser zu zahlen als in London oder Madrid.