Gerichtsurteil Die Hälfte der Terrasse gehört zur Wohnung

Der Bundesgerichtshof stärkt die Rechte von Vermietern: Dachterrassen können zur Hälfte auf die Wohnungsfläche angerechnet werden.

Dachterrassen können bis zur Hälfte ihrer Größe auf die Gesamtfläche einer Wohnung angerechnet werden. Das entschied der Bundesgerichtshof (BGH) in einem heute veröffentlichten Urteil und stärkte damit das Recht von Vermietern.

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Wenn die Vertragsparteien nichts anderes vereinbart hätten, müssten Dachterrassen in der Regel zur Hälfte angerechnet werden, hieß es. Wenn es ortsüblich sei, schlage ihre Größe aber nur mit einem Viertel zu Buche. Nach Überzeugung des BGH gilt diese Regel für alle Mietverträge vor dem Jahr 2004.

Die BGH-Richter gaben damit einem Vermieter recht, der von seiner Mieterin zurückbehaltene Miete in Höhe von knapp 3500 Euro eingeklagt hatte. (Az.: VIII ZR 86/08) Die Mieterin hatten eigenständig ihre Miete rückwirkend um monatlich rund 180 Euro gekürzt.

Sie hatte argumentiert, die angebliche Wohnfläche sei zu groß angegeben, denn die zwei zur Wohnung gehörenden Dachterrassen dürften nur zu einem Viertel mitzählen. Die Maisonettewohnung in Köln war im Mietvertrag mit etwa 120 Quadratmetern angegeben. Die Klage des Vermieters scheiterte in den Vorinstanzen.

Doch der BGH gab ihm recht und wies den Fall an das Landgericht Köln zurück. Dieses müsse noch klären, ob die Einbeziehung einer Dachterrassenfläche zu einem Viertel tatsächlich in Köln üblich sei, wie von der Mieterin behauptet, hieß es. Denn Verkehrssitten genössen Vorrang, wenn die Vertragsparteien nicht ausdrücklich etwas anderes vereinbart hätten.

Der Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW) begrüßte das Urteil als praxisgerecht. Hätte der BGH die Anrechnung generell nur zu einem Viertel zugelassen, wäre es bei einer unabsehbaren Vielzahl von Mietverhältnissen zwingend zum Streit wegen Mietminderungen gekommen. Das habe das Gericht mit der Entscheidung nun vermieden.