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Geldscheine:Deutsche Euros, made in Holland

Das Kartellamt hat entschieden: Deutsche Euro-Geldscheine dürfen im Ausland gedruckt werden. Die Bundesdruckerei geht leer aus, es freuen sich Firmen in zwei Nachbarländern.

Die Bundesbank darf ihre Geldscheine wie geplant im Ausland drucken. Im Streit um die Vergabe von Aufträgen für den Druck deutscher Euro-Geldscheine ins Ausland setzte sich die Zentralbank durch, wie ein Sprecher des Bundeskartellamts der Financial Times Deutschland vom Montag sagte.

Seine Behörde wies demnach bereits am Donnerstag einen Antrag der Bundesdruckerei gegen die Auftragsvergabe ins Ausland zurück. Der Entscheidung zufolge war die Ausschreibung rechtmäßig, die Bundesbank musste die deutschen Geldnoten-Drucker nicht automatisch berücksichtigen.

Die Bundesbank hatte den Auftrag für das Drucken der deutschen Banknoten europaweit ausgeschrieben. Anbieter aus dem Ausland setzten sich durch: Die meisten deutschen Euro-Geldscheine sollen dieses Jahr daher in Frankreich und den Niederlanden gedruckt werden. Die inzwischen wieder staatliche Bundesdruckerei ging dabei leer aus, das Münchener Unternehmen Giesecke & Devrient erhielt nur einen kleinen Auftrag. Insgesamt verbleiben in Deutschland nach Gewerkschaftsangaben nur 20 Prozent des gesamten Auftragsvolumens.