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Geldanlage ganz privat:Investieren mit Loddar

Ein Mann der kurzen Sätze: Der ehemalige Fußball-Nationalspieler Lothar Matthäus buhlt um Geldgeber - für einen Solarpark in seiner neuen Heimat Bulgarien.

Lothar Matthäus hat einen neuen Satz geübt. Der Satz lautet: "Sie wissen, zu Privatem sage ich nichts." Der Satz war schon ein Brüller, als Matthäus ihn vor ein paar Wochen zum ersten Mal vor der Boulevardpresse aufsagte, schließlich sind in den ersten elf Monaten dieses Jahres exakt 974 Berichte über die offenbar sehr turbulente vierte Ehe des früheren Fußball-Nationalspielers erschienen, wie das Berliner Medienforschungsinstitut Landau Media zu berichten weiß - und es ist nicht so, dass Matthäus darin nicht ausgiebig zitiert worden wäre. Matthäus nahm Stellung zu den Bootsausflügen seiner Frau mit einem fast klischeehaft braunen Italiener ("Ich bin menschlich sehr enttäuscht"), verkündete die Trennung ("Ich habe den Ehering abgelegt") und glänzte zur Versöhnung mit fränkischer Lebensweisheit ("Man soll nicht nachtragend sein").

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Fußballlehrer Matthäus: "Zu Privatem sage ich nichts."

(Foto: dpa)

Am Dienstag packte Matthäus den Satz wieder aus, in einem kleinen Hinterzimmer des Hotels "Bayerischer Hof" in München. Obwohl er eigentlich dorthin gekommen war, um über ziemlich Privates zu sprechen. Über seine privaten Finanzen nämlich.

Geladen hatte das Beteiligungsunternehmen Infinite Energy, das gerade nach Investoren für sein "Bulgar Sol"-Projekt sucht, einen Solarpark am Schwarzen Meer, der jährlich sieben Prozent Rendite bringen soll, wie man erfährt. Und Lothar Matthäus ist dort, weil er einer dieser Investoren sein will, schließlich "sucht man ja immer nach einer Möglichkeit, sein Geld sicher für sich arbeiten zu lassen", sagt er. Ein Investment in Bulgarien sei in seinem Fall zudem besonders geschickt, schließlich kenne er das Land "mittlerweile sehr gut", sagt Matthäus, schon aus beruflichen Gründen. Matthäus ist Trainer des bulgarischen Fußball-Nationalteams. Seit vier Monaten, fast. Wen scheren da noch Mafia und Korruption?

Ob Matthäus aber wirklich einen Teil seines Gehalts in "Bulgar Sol" investiert, das bleibt dann doch irgendwie unklar an diesem Dienstag im Hinterzimmer des "Bayerischen Hofs". Sind die Anteile vielleicht die Bezahlung dafür, dass er nun Werbung macht für Infinite Energy und ihren bulgarischen Solarpark? Matthäus guckt, als hätte man ihn nach dem klischeebraunen Italiener gefragt. "Sie wissen, zu Privatem sage ich nichts", presst er hervor. Später murmelt er dann doch noch, dass man "natürlich besondere Formen der Kooperation" finden könne, wenn man von einer Sache "wirklich sehr, sehr überzeugt" sei. "Und ich bin sehr, sehr überzeugt."

Natürlich war Matthäus auch schon mal von anderen Investitionen ziemlich überzeugt, von Ost-Immobilien zum Beispiel. "Da hat man dann auch mal Geld verloren", sagt er, und dass man aber daraus lerne und seine Schlüsse ziehe. Bei "Bulgar Sol" jedenfalls habe er ein gutes Gefühl, sagt er, und gibt noch einen Einblick in das Matthäus'sche Risikomanagement: "Ich habe nicht einen Gedanken an einen möglichen Verlust verschwendet", sagt er. Fast wünscht man sich, er hätte sich an seinen Satz gehalten.

© SZ vom 08.12.2010/mel

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