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Geldabheben im Ausland:Über Gebühr

Kräftiger Aufschlag: Das Abheben von Landeswährung kann auf Reisen richtig teuer werden. Finanztest verrät, was Bargeld im Ausland kostet.

In Ländern ohne Euro kann die Versorgung mit Bargeld besonders teuer werden. Beim Abheben von Landeswährung an Automaten werden zuweilen hohe Gebühren fällig. Wer bei der Bedienung des Automaten nicht aufpasst, zahlt nochmal drauf. Finanztest sagt, was Bargeld im Ausland kostet.

Postbank-Sparcard ganz vorn

Die Preisunterschiede sind gewaltig. Inhaber einer Mastercard der KarstadtQuelle Bank zahlen für 50 Schweizer Franken am Geldautomaten vor Ort fast sieben Euro oder über 20 Prozent mehr als Postbank-Kunden mit Sparcard. Noch gut drei Euro teurer wäre eigentlich der Einsatz der ec-/Maestro-Karte von der DKB geworden. Doch wegen eines technischen Fehlers berechnete die DKB den Finanztestern nur 2,56 Euro statt der vorgesehenen zehn Euro Automatengebühr. DKB-Kunden haben allerdings eine Alternative: Mit der Visa-Karte des Unternehmens gabs die 50 Schweizer Franken im Finanztest-Vergleich schon für 32,72 Euro.

Kursverlust bei KarstadtQuelle Bank

Bei der Postbank Sparcard zu beachten: Kostenlos sind nur zehn Auslandsabhebungen pro Jahr. Wer öfter Geld zieht, zahlt 5,50 Euro je Automatennutzung. Sonstige Gebühren fallen allerdings nicht an, und der Wechselkurs ist fair. Im Finanztest-Vergleich lag er sogar noch etwas günstiger als Euro-CHF-Referenzkurs.

Den ungünstigsten Kurs berechnete die KarstadtQuelle Bank. Sie lag im Finanztest-Vergleich knapp zwei Prozent schlechter als die Postbank. Klar: Bei Abhebung von nur 50 Schweizer Franken macht der Wechselkurs-Unterschied nur wenige Cent aus. Bei 500 Schweizer Franken liegt er jedoch bereits bei rund 6,50 Euro.

Bis zu 10 Euro Grundgebühr je Abhebung

Wichtigster Preisunterschied bei Abhebung kleiner Beträge: die Automatengebühr. Bis zu zehn Euro stellen Banken ihren Kunden in Rechnung, wenn sie Geld an ausländischen Automaten abheben.

Es geht auch anders: Barclays Bank, comdirect Bank, DKB, ING-Diba und die Volkswagen Bank direkt berechnen bei Abhebung mit Kreditkarte gar keine Automatengebühr. Bei Kreditkarten noch zu beachten: Bei den meisten Banken kommen noch Extra-Gebühren von ein bis zwei Prozent für den Auslandseinsatz hinzu.

Lesen Sie auf der nächsten Seite, welche Fallen sich hinter undurchsichtigen Abrechnungen verstecken.

Extra-Gebührenfalle

Undurchsichtige Abrechnungen

Mit Informationen für die Kunden geizen viele Banken. Wie viel und welche Gebühren fällig waren, erfahren sie vor allem beim Einsatz von Kreditkarten oft nicht.

Beispiel American Express Card: Nach der Abhebung stand im Kontoauszug lediglich: "Express Cash" und der Endbetrag von 38,37 Euro. Der Karteninhaber erfährt nicht mal, wo der Geldautomat stand. Erst recht gibt es keine Infos über Wechselkurs, Automatengebühr und Kosten für den Auslandseinsatz.

Extra-Gebührenfalle

Noch ärgerlicher: Ausländische Banken stellen Reisenden gern noch zusätzlich besondere Umtauschgebühren in Rechnung. Schweizer Geldautomaten fragen Inhaber ausländischer Kredit- und Bankkarten ganz unverfänglich, ob sie die Belastung in Euro oder in Schweizer Franken wünschen.

Naheliegende Antwort: In Euro. Die für Betroffene kostspielige Folge: Die Schweizer Bank, die den Automaten aufgestellt hat, verwendet für die Umrechnung einen eigenen Kurs, in den 2,5 Prozent Umrechnungszuschlag eingerechnet sind und der entsprechend ungünstiger ist.

Was Sie beim Geldabheben im Ausland beachten müssen - hier die Finanztest-Tipps.

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