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G7-Plan:"Die Banken werden später zur Kasse gebeten"

Fünf Schritte gegen den Absturz: Der Plan der G-7-Länder zur Rettung der Finanzbranche passt auf eine DIN-A4-Seite. Doch der Teufel steckt im Detail.

"Wir haben den Aktionsplan bewusst sehr kurz formuliert, weil wir eine klare Botschaft aussenden wollen", sagt Bundesfinanzminister Peer Steinbrück über den Plan, mit dem die führenden Industrienationen (G 7) der Krise beikommen wollen. Tatsächlich umfasst der Plan nur fünf Punkte, ein paar erläuternde Sätze und passt auf eine DIN-A4-Seite. Ob die Botschaft so klar ist, wie Steinbrück sie verkaufte, ist umstritten. "Der Teufel steckt im Detail, Details aber nennt der Plan nicht", kritisierte Jacob Frenkel, Vize-Präsident des Versicherungskonzerns AIG. Dies sind die fünf Elemente des Plans:

Keine Pleite großer Institute

Die G 7 verpflichten sich, alle Mittel auszuschöpfen, um systemrelevante Institute zu unterstützen und ihren Zusammenbruch zu verhindern. Wie die einzelnen Staaten das machen und welche Banken sie für systemrelevant halten, obliegt den nationalen Regierungen.

Garantien für den Zahlungsverkehr

Die G 7 wollen alle notwendigen Schritte unternehmen, um den zusammengebrochenen Kredit- und Geldmarkt wieder zu beleben. Sie wollen sicherstellen, dass Banken und andere Finanzdienstleister breiten Zugang zu Liquidität und Refinanzierung haben. Wie das geschehen soll, ist offen. Bundesbankpräsident Axel Weber sagte, ein Instrument könnte staatliche Garantien für Geldgeschäfte unter Banken sein. Er verwies auf Großbritannien, dass derartige Garantien bereits angekündigt hat. Der Interbankenmarkt ist für die Kreditinstitute überlebenswichtig, um ihr Geschäft kurz- und mittelfristig zu refinanzieren.

Staatliches Kapital

Die Industriestaaten wollen sicher stellen, dass ihre Banken und andere Finanzdienstleister bei Bedarf sowohl aus privaten als auch staatlichen Quellen genug Kapital zur Verfügung gestellt bekommen, um das Vertrauen wieder herzustellen. So soll außerdem gewährleistet werden, dass die Banken Verbraucher und Unternehmen weiterhin mit Krediten versorgen können. Die jeweiligen Regierungen würden also wie eine Art Staatsfonds agieren: Sie geben Kapital, ohne eine Mehrheit an einzelnen Banken zu erwerben. Auf die Anteile erhalten sie wie andere Aktionäre Dividenden und können sie wieder veräußern, wenn sich die jeweilige Bank stabilisiert hat.

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