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Frankfurt:Auf der Suche nach Büroflächen

Die hessische Metropole erwartet wegen des Brexits einen Ansturm von ausländischen Banken. Doch viele haben sich noch nicht entschieden. Vielleicht ziehen sie ja nach Dublin?

Im Frankfurter Bankenviertel könnte es eng werden. Wegen des Brexit und der dadurch nötigen Verlagerung von Finanzhäusern von London auf den Kontinent stehe Bewegung im Büromarkt für Immobilien bevor, sagt Stephan Bräuning, Partner von Colliers International in Frankfurt. Fraglich sei nur das Ausmaß. Angesichts hoher Leerstände in den Büros scheint das Angebot groß zu sein. Aber im Kern der Stadt, der die City, das Westend und die Messe mitumfasst, gebe es zu wenige zusammenhängende Flächen, sagen die Makler.

Frankfurt steht im Ringen um den besten Bankenplatz in Konkurrenz zu Dublin, Luxemburg, Paris und Amsterdam. Mit einer Spitzenmiete von 37,50 Euro je Quadratmeter Bürofläche werden nur halb so hohe Preise wie in Paris und Dublin verlangt. Außerdem punktet Frankfurt mit dem Sitz der Zentralbank und der Bankenaufsicht. Unter den großen Geldhäusern sollen Barclays, Standard Chartered, Credit Suisse das irische Dublin favorisieren, HSBC hält es angeblich mit dem französischen Paris, und Goldman Sachs, Citibank und Lloyds Bank könnten zu Frankfurt neigen. Große Unbekannte in diesem Monopoly sind die Entscheidungen von JP Morgan, Morgan Stanley und UBS. Die Citibank hätte keine Schwierigkeiten, in ihrem bisherigen Frankfurter Domizil - das Gebäude heißt "Die Welle" - weitere Flächen zu mieten, ebenso wie Lloyds im Nextower, während es für Goldman im Messeturm schon knapp wird.

Die drei Banken, um die noch gepokert wird, müssten sich in Frankfurt neue Gebäude suchen oder mehrere anmieten. Zwar sind in der Innenstadt eine Reihe von Hochhäusern im Bau, aber die sind entweder vorab vermietet oder werden erst in ein bis zwei Jahren fertiggestellt. "Das wird schnell eine Flächenknappheit geben", prognostiziert Bräuning. Er rechnet mit Entscheidungen der Banken Ende dieses oder Anfang des nächsten Jahres. Berlin ist seiner Ansicht nach keine Konkurrenz zu Frankfurt. Auch Randlagen wie das Mertonviertel im Norden oder das neue Viertel am Flughafen, Gateway Gardens, seien keine Alternativen. Die Banken wollten mitten in die Stadt.