Folgen der Krise:USA mit 1,4 Billionen Dollar im Minus

Den Amerikanern droht eine Rekordverschuldung: Schuld daran sind vor allem die Rettungspakete für die maroden Banken und sinkende Steuereinnahmen.

Die Wirtschafts- und Finanzkrise wird den USA aller Voraussicht nach ein Rekordhaushaltsloch von 1,4 Billionen Dollar (0,95 Billionen Euro) bescheren. Die Deckungslücke hat sich damit im Vergleich zum Vorjahr verdreifacht, wie aus den Berechnungen von Experten des Kongresses hervorgeht.

Dabei war das Defizit schon 2008 auf die Rekordhöhe von 459 Milliarden Dollar gestiegen. In Bezug auf die Gesamtwirtschaft gesehen hat das Defizit fast zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts erreicht. Ein solches Niveau gab es seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr.

Gründe für das riesige Loch im Staatshaushalt sind die milliardenschweren Rettungspakete für die ins Trudeln geratenen Banken, die staatliche Übernahme der Immobilienfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac, das Paket der Regierung von Präsident Barack Obama zur Ankurbelung der Wirtschaft im Umfang von 200 Milliarden Dollar und die angesichts der Rezession eingebrochenen Steuereinnahmen.

US-Regierung unter Druck

Das Haushaltsjahr 2009 endete am 30. September. Die Schätzungen des Haushaltsbüros des Kongresses wurden zwar so auch erwartet, sie setzen die Regierung von Präsident Obama aber erheblich unter Druck. Denn mit den tiefroten Zahlen im Hintergrund dürfte es im Kongress deutlich schwieriger werden, die geplante Gesundheitsreform durchzusetzen, die in den kommenden zehn Jahren nochmals 900 Milliarden Dollar kosten soll.

Die Regierung hat schon zugesagt, sich mit aller Kraft um die Reduzierung des Defizits zu bemühen, sobald das Finanzsystem stabilisiert und die Rezession vorüber ist. Ziel sei es, das Defizit auf drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu senken. Ökonomen sorgen sich aber, dass das Defizit den Druck erhöhen könnte, schon bald die Zinsen zu erhöhen.

© sueddeutsche.de/Reuters/AP/gits - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Jetzt entdecken

Gutscheine: