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Finanztest: Dispozinsen:Banken müssen Referenzwert nennen

13 Banken haben die Zinsen seit unserem Test im Sommer sogar angehoben. Darunter ist die Postbank, die Hamburger Sparkasse und die Stadtsparkasse Düsseldorf. Rein rechtlich gesehen können wir diese Banken dafür nicht schelten.

Sie halten sich an neue gesetzliche Vorgaben, in denen eine gute Idee falsch umgesetzt wurde: Seit Juni 2010 müssen die Banken den Dispozins an einen Referenzwert koppeln, wenn sie Zinsen ändern wollen, ohne ihre Kunden zu benachrichtigen. Der Referenzwert ist häufig der EZB-Leitzins oder der Drei-Monats-Euribor.

Vorgaben unterschiedlich gut umgesetzt

Die Banken haben die gesetzlichen Vorgaben unterschiedlich gut umgesetzt. Einige binden den Dispo fest an einen Referenzwert. Wenn er sich ändert, wird der Dispo in gleichem Maße angepasst. In den Zinsanpassungsklauseln heißt es dann zum Beispiel: "Hat sich der Referenzzins um ... Prozent verändert, sinkt oder steigt der Dispozins um ebenso viele Prozentpunkte."

Diese Regelung ist eindeutig und für den Verbraucher nachvollziehbar. Fast alle Sparkassen und einige private Banken folgen ihr seit kurzem. Viele dieser Banken haben ihre Dispozinsen angehoben, weil der Referenzzins stieg. Das wäre in Ordnung, wären die Zinsen nicht schon vorher zu hoch gewesen.

Andere Kreditinstitute verpflichten sich, Zinssenkungen in vollem Umfang an den Kunden weiterzugeben. Auch das hat Finanztest positiv bewertet.

Flexible Klauseln kaum nachvollziehbar

Die meisten Volks- und Raiffeisenbanken und PSD Banken verwenden eine flexible Klausel. Die Formulierung lautet dann: "Hat sich der Referenzzins um ... Prozent verändert, wird die Bank den Dispozins nach billigem Ermessen ... anpassen."

Die Bank muss zwar denselben Maßstab anlegen, egal ob sie den Zins senkt oder anhebt. Doch für den Kunden ist kaum nachvollziehbar, ob die Bank ihren Zins entsprechend ihren Regeln verändert. Es gibt aber auch Banken, die immer noch keine Zinsanpassungsklausel haben.

Gesetz kam zur falschen Zeit

Eine Regel, die den Banken vorschreibt, wie sie ihre Zinsen anpassen müssen, begrüßt Finanztest. Allerdings wurde sie zu einem Zeitpunkt eingeführt, als die Dispozinsen sehr hoch waren. Vom Gesetzgeber gefordert, legen die Banken ausgerechnet jetzt den Abstand zwischen Referenzzins und Dispozins fest. Man meint, dass es eigentlich nur noch nach oben gehen kann. Das Gesetz kam zur falschen Zeit.

Trotzdem müssten die Banken nicht immer mehr kassieren. Abweichungen zum Vorteil der Bankkunden sind immer erlaubt - auch wenn die Bank den Dispo fest an einen Referenzwert koppelt. Sie können also trotz Erhöhung ihres Referenzzinses den Dispozins unverändert lassen oder ihn sogar senken.

Die Finanztest-Tipps zeigen, was ein guter Dispozins ist und welche Handlungsmöglichkeiten bei einer Überziehung bestehen.

Die Finanztest-Tabelle listet die Dispozinsen der einzelnen Geldinstitute auf. Banken, die keine Auskunft über ihre Dispozinsen geben wollten, finden sich hier.

Adressen und Kontaktdaten von Banken sind hier zusammengetragen.