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Finanzkrise:Goldman Sachs steht vor einem Debakel

Bisher steuert die US-Investmentbank Goldman Sachs vergleichsweise sicher durch die Krise - jetzt allerdings läuft das Ergebnis offenbar aus dem Ruder.

Die US-Bank Goldman Sachs hat wegen der weltweiten Finanzkrise im vierten Quartal einem Pressebericht zufolge einen milliardenschweren Quartalsverlust verzeichnet.

Das Gebäude von Goldman Sachs in New York: Der US-Bank droht laut Pressebericht ein riesiger Quartalsverlust.

(Foto: Foto: dpa)

Goldman Sachs werde aufgrund von Abschreibungen in allen Geschäftsbereichen in den drei Monaten bis zum 28. November einen Verlust in Höhe von zwei Milliarden US-Dollar ausweisen, berichtet das Wall Street Journal(WSJ) am Dienstag in seiner Online-Ausgabe unter Berufung auf Insider.

Weit unter den Erwartungen

Dies entspräche einem Verlust von fünf Dollar je Aktie. Gemessen an den Verlusten anderer Banken mag das wenig sein, gemessen an den eigenen Ansprüchen ist es viel: Analysten rechnen im Schnitt lediglich mit einem Verlust von 0,62 Dollar je Aktie.

Sollte Goldman die Ergebnisse bestätigen, würde die Bank zum ersten Mal seit ihrem Börsengang im Jahr 1999 in einem Quartal in die roten Zahlen rutschen.

"Die vergangenen zwei Wochen haben nichts ausgelassen", zitiert das Blatt Susan Katzke, eine Branchenexpertin von Credit Suisse.

Die Vermögenswerte seien noch weiter unter Druck geraten. Katzke hatte am Montag ihre Schätzung für das Goldman-Ergebnis auf einen Verlust von vier Dollar je Aktie reduziert. Noch vor kurzem habe sie einen Gewinn von 2,47 Dollar je Aktie prognostiziert.

Nach Angaben des Wall Streets Journals könnten Goldman beispielsweise die Investitionen in Anlagen Schwierigkeiten bereiten, die mit besonderen Risiken behaftet waren. Über die Jahre habe Goldman ebenso in zweifelhafte Autokredite in Thailand investiert wie in kriselnde Golfplätze in Japan.

Erst vor wenigen Wochen hatte sich die Investmentbank Goldman Sachs in eine Geschäftsbank umgewandelt, um den Zugang zu frischem Kapital zu vereinfachen. Überdies hatte sich US-Investor Warren Buffett mit einem Milliardenbetrag an Goldman beteiligt.

© sueddeutsche.de/hgn/tob
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