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Finanzen kompakt:Abhebegebühren: Ein Euro - mehr nicht

Das Bundeskartellamt fordert von den Banken und Sparkassen deutlich geringere Kosten für das Abheben an fremden Geldautomaten. In einem Brief an die deutschen Bankenverbände nannte die Behörde als Orientierung für die künftige Höhe der Gebühren einen Betrag von 30 Cent bis ein Euro, wie die Financial Times Deutschland unter Berufung auf das Schreiben berichtet. Dies sei die Spanne für die Kosten, die sich Kreditinstitute eines Automatenverbunds derzeit gegenseitig in Rechnung stellten.

Die Gebühr, die sich die Institute eines Verbunds für Abhebungen gegenseitig in Rechnung stellen, ist das sogenannte Interbankengeld. Dieses sei nach eigenem Bekunden der Bankenverbände "kostenorientiert festgesetzt" worden, heißt es dem Bericht zufolge in dem Brief.

Die Banken hatten dem Bundeskartellamt im Streit über die Automatengebühren vorgeschlagen, künftig für das Abheben an fremden Geldautomaten maximal fünf Euro zu kassieren. Diesen Vorschlag hat das Kartellamt zurückgewiesen. Der Betrag von fünf Euro liege "um das Fünf- bis 15-Fache über den derzeit innerhalb der Verbünde erhobenen Interbankenentgelten", kritisierte die Behörde. Eine solche Diskrepanz sei "nicht hinnehmbar". Bislang verlangen Banken und Sparkassen von Kunden fremder Institute fürs Geldabheben an Automaten einer Untersuchung der Frankfurter Finanzberatung FMH zufolge im Schnitt Gebühren von 5,64 Euro. Der Streit zwischen privaten Banken auf der einen sowie Sparkassen und Genossenschaftsbanken auf der anderen Seite schwelt seit Jahren. Sparkassen und Genossenschaftsbanken unterhalten ein dichtes Automatennetz, wofür erhebliche Kosten anfallen. Die privaten Banken und vor allem viele Direktbanken setzen darauf, dieses dichte Automatennetz kostengünstig mitnutzen zu können. Sie sind daher für eine einheitliche Gebühr fürs Fremdabheben

Der ehemalige Chef der Hypo Real Estate, Axel Wieandt, soll den Verkauf der BHF-Bank regeln. Wieandt hatte im Frühjahr die Führung der von der Finanzkrise arg gebeutelten HRE abgegeben und war zur Deutschen Bank zurückgekehrt. Dort soll er als "Integrationsbeauftragter" einen Käufer für die Mittelstandsbank finden, schreibt das Handelsblatt. Der Verkauf der Deutsche-Bank-Tochter BHF ist einer der größten, der derzeit in der deutschen Bankenbranche ansteht.

Nach Informationen der Zeitung könnte Wieandt auch den BHF-Vorstand Wilhelm von Haller ablösen. Der könnte sich dann auf sein Amt als Chef der Deutsche-Bank-Tochter Sal. Oppenheim konzentrieren.

Insgesamt 91 europäische Banken werden dem sogenannten Stresstest zur Prüfung ihrer Finanzstabilität unterzogen. Darunter sind 14 deutsche Institute, wie der Zusammenschluss europäischer Bankenaufseher (Committee of European Banking Supervisors, CEBS) in London mitteilte. Geprüft würden die Banken darauf, wie sie eine erneute deutliche Rezession und weitere Schockwellen auf dem Kreditmarkt überstehen können. Dabei wird auch untersucht, wie sich Krisen europäischer Staatsanleihen auswirken.

Die Banken-Stresstests sollen simulieren, wie stark Kreditinstitute in der Finanzkrise unter Druck geraten, wenn ihre Geldanlagen an Wert verlieren und Abschreibungen nötig werden. Dabei ist das Augenmerk insbesondere auf das sogenannte Eigenkapital der Banken gerichtet.

Im vergangenen Jahr hatten die Aufseher bereits 22 große, grenzüberschreitend tätige Geldinstitute überprüft und im Oktober erklärt, diese Banken seien auch bei einer sich verschlechternden wirtschaftlichen Lage ausreichend mit Kapital ausgestattet. Die Stresstester nehmen für ihre Untersuchungen jetzt unter anderem an, dass das Bruttoinlandsprodukt um drei Prozent einbricht und die Arbeitslosigkeit steigt. Für die europäischen Staatsschulden nehmen sie eine ähnliche Krise an wie im Mai bei Griechenland, Spanien und Portugal.

Die Zinsen für die Anleihen dieser Staaten waren damals deutlich gestiegen, und auch Kreditversicherungen für ihre Schuldtitel wurden teurer. Die 91 ausgewählten Banken stammen aus 20 der 27 EU-Staaten, darunter alle Euro-Staaten außer der Slowakei. Die Banken repräsentieren jeweils mindestens 50 Prozent des jeweiligen nationalen Bankenmarktes, in Europa stehen die 91 Institute für 65 Prozent des Marktes. In Deutschland wird neben den großen Privatbanken wie Deutsche Bank, Commerzbank und Postbank auch die in der Krise verstaatlichte Hypo Real Estate auf ihre Stabilität geprüft. Vertreten sind zudem sieben Landesbanken sowie die Zentralinstitute von Sparkassen und Genossenschaftsbanken.