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Finanzen kompakt:Von wegen billig

Versicherte zweiter Klasse: Die Allianz-Versicherung darf einen Billigtarif nicht mehr anbieten, weil er nur für Neukunden gilt. Außerdem: EU-Hilfe auch für Problembanken möglich.

Die Allianz muss ihre Billigtarife in der Krankenvollversicherung einstellen. Grund ist eine Niederlage von Europas größtem Versicherer vor dem Bundesverwaltungsgericht, wie das Handesblatt unter Berufung auf ein internes Schreiben berichtet.

Allianz Ahead Of 2009 Earnings

Die Allianz muss nach einem Urteil des Bundesverwaltungsgericht die preiswerten Tarife Aktimed einstellen.

(Foto: Getty)

Demnach hatte das Gericht die Kalkulation der Tarife verboten. Mit den Billigversicherungen, die unter dem Namen Aktimed laufen, wollte die Allianz den Abwärtstrend in dem Geschäftsbereich stoppen. Nach Schätzungen des Versicherungsmathematikers Peter Schramm könnten durch das Urteil die Prämieneinnahmen in den kommenden Jahrzehnten um "womöglich mehr als 400 Millionen Euro" sinken.

Problematisch an den Aktimed-Tarifen sei, so das Gericht, dass die Konditionen nur für Neukunden gelten. Langjährige Kunden konnten nicht zu den gleichen Bedingungen in diese Tarife wechseln, denn die Allianz verlangte einen "Tarifstrukturzuschlag" von meist 20 Prozent auf die Grundprämie.

Die Finanzaufsicht Bafin untersagte die Praxis. Die Allianz klagte dagegen zunächst erfolgreich, verlor aber vor dem Bundesverwaltungsgericht. Das Gericht in Leipzig entschied: Die "Erhebung eines pauschalen Risikozuschlags aus Anlass des Tarifwechsels ist unzulässig" (AZ BVerwG8C42.09).