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Finanzen kompakt:Bernanke flutet vielleicht nochmal

US-Notenbankchef Ben Bernanke schließt nicht aus, dass es vier oder fünf Jahre dauert, bis sich in den USA die Lage auf dem Arbeitsmarkt normalisiert. Angesichts der schwächelnden Wirtschaftserholung und der hohen Arbeitslosigkeit sei eine weitere geldpolitische Lockerung "gewiss möglich", sagte Bernanke in einem am Sonntagabend ausgestrahlten Interview des Senders CBS. Eine Entscheidung darüber werde von der weiteren Konjunktur- und Inflationsentwicklung abhängen. Die Notenbank (Fed) hatte erst im November den Kauf von Staatsanleihen im Umfang von 600 Milliarden Dollar über acht Monate bekanntgegeben.

Bernanke verteidigte den weltweit kritisierten Schritt in dem Interview erneut unter anderem mit der düsteren Situation auf dem Arbeitsmarkt. Befürchtungen, dass das Fed-Programm Inflation schüren könne, bezeichnete er als "höchst übertrieben". Als "normale" Arbeitslosenrate nannte Bernanke eine Spanne zwischen fünf und sechs Prozent. Im November war die Quote auf 9,8 Prozent gestiegen, das ist der höchste Stand seit April. Der Fed-Chef sieht die Gefahr, dass sich die Wirtschaftserholung ohne stützende Maßnahmen totlaufen könnte. Sie befinde sich "an der Grenze", sagte Bernanke. Im dritten Quartal dieses Jahres hatte das Wirtschaftswachstum nach einer vorläufigen Schätzung bei 2,5 Prozent gelegen.

Einen Rückfall in die Rezession hält Bernanke aber für nicht wahrscheinlich, weil es in Wirtschaftsbereichen wie etwa dem Häusermarkt nicht mehr viel weiter bergab gehen könne.