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Finanzen kompakt:EU genehmigt Rettungsbeihilfen für irische Banken

Bei der Rettung seiner Krisen-Banken erhält Irland die Rückendeckung der EU. Die EU-Kommission hat die staatlichen Rettungshilfen für drei angeschlagene Banken genehmigt, darunter auch die Anglo Irish Bank. Allerdings machen die Wettbewerbshüter harte Auflagen - bis hin zur Abwicklung der Institute.

Die Kommission werde die Sanierungspläne der Banken prüfen und könne die Umstrukturierung oder Schließung anordnen, hieß es in Brüssel. "Anglo Irish Bank und INBS sind verpflichtet, Anfang 2011 einen Plan für ihre geordnete Auflösung vorzulegen", sagte EU- Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia. Die Entscheidung hänge davon ab, ob die Bank ohne Steuergeld wieder rentabel arbeiten könne, die Anteilseigner an den Kosten beteiligt und die Bank schrumpft. Die Finanzspritzen seien nötig, um die Finanzstabilität in Irland zu wahren. "Der irische Bankensektor durchläuft derzeit eine tiefe Krise", betonte Almunia.

Die Anglo Irish Bank darf demnach zum vierten Mal seit Ausbruch der Finanzkrise frisches Kapital bekommen und bis zu 4,96 Milliarden Euro erhalten. Zur Rettung der Bausparkasse Irish Nationwide Building Society (INBS) dürfen weitere 2,7 Milliarden Euro Steuergelder fließen. Auch die Allied Irish Bank darf ihren Kapitalbedarf bis Ende 2010 mit staatlichem Geld decken.

Die Kreditinstitute waren weiter unter Druck geraten, nachdem die Ratingagentur Standard & Poor's vor wenigen Tagen das Rating der Anglo Irish auf Ramschniveau herabgestuft hatte. Das hochverschuldete Irland war Ende November wegen seines maroden Bankensystems als erstes Land unter den Euro-Rettungsschirm geschlüpft. Irland hat Hilfszusagen über 85 Milliarden Euro erhalten. Die Gelder werden von EU und Internationalem Währungsfonds IWF für wackelnde Euro-Staaten bereitgestellt. Die Finanzkrise hatte den Inselstaat besonders hart getroffen

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