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Finanzen kompakt:China boxt zurück

China gibt den USA die Schuld am Währungsstreit. Außerdem: Der Commerzbank-Chef verteidigt die Top-Einkünfte von Bankern. Das Wichtigste in Kürze.

Nächste Runde im Währungsstreit: China beschuldigt die USA, den Konflikt mit einer massiven Abwertung des Dollar ausgelöst zu haben. In einem Leitartikel der staatlichen Zeitung Renmin Ribao wirft der Ökonom Li Xiangyang den USA vor, den Dollar absichtlich nach unten zu treiben, um die einheimische Exportwirtschaft zu schützen. Die USA kritisieren die chinesische Währungspolitik aus dem selben Grund.

Schlagabtausch, nächste Runde: Die USA gab China die Schuld am Währungsstreit - China wirft den USA dasselbe vor.

Schlagabtausch, nächste Runde: Die USA gab China die Schuld am Währungsstreit - China wirft den USA dasselbe vor.

(Foto: dpa)

"Die Abwertung des Dollar mag so aussehen, als wären Marktkräfte dafür verantwortlich", erklärte Li. In Wahrheit steckten sehr starke Eingriffe dahinter. So sei die jüngste Dollarschwäche durch die Ankündigung der US-Notenbank ausgelöst worden, auf einer ihrer nächsten Zinssitzungen weitere Geldspritzen zur Stützung der Konjunktur zu beschließen.

Die Motive für diese Währungspolitik lägen auf der Hand, schreibt Li. Ohne einen schwächeren Dollar würden die USA Barack Obamas Ziel verfehlen, die Exporte innerhalb von fünf Jahren zu verdoppeln. Zudem diene eine Dollar-Schwäche auch langfristigen Interessen der USA, weil eine Abwertung die Inflation begünstige und so die während der Finanzkrise aufgetürmte Schuldenlast der US-Regierung verringere. Während es in der weltweiten Finanzkrise darum gegangen sei, dass der Staat die Schulden von Unternehmen übernimmt, legten es die USA nun darauf an, ihren nationalen Schuldenberg auf Kosten anderer Staaten abzubauen.