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Finanzen kompakt:Terrorakt Überweisung

Wer überweist wie viel und wohin? Die EU und die USA haben sich auf das Swift-Abkommen geeinigt. Außerdem: Bundesbank-Chef Weber bestellt Bank-Manager zum Rapport in Sachen Stresstest.

Kampf gegen den globalen Terror oder ein riesiger Datenskandal? Im Streit um das Swift-Abkommen zur Weitergabe von Bankdaten haben sich die EU und die USA geeinigt. Beide Parteien unterzeichneten die Vereinbarung, wie der EU-Ministerrat mitteilte. Zuvor hatten die Mitgliedstaaten der EU der Abmachung zugestimmt.

SWIFT übermittelte Daten nach Washington

Nach langem Streit sind sich die EU und die USA einig: Beide Parteien unterzeichneten das Swift-Abkommen. Die noch fehlende Zustimmung des EU-Parlaments gilt als sicher.

(Foto: ag.dpa)

Auch Deutschland hatte zugestimmt. "Das Abkommen enthält insbesondere im Hinblick auf den Rechtsschutz und den Datenschutz deutliche Verbesserungen gegenüber dem Interimsabkommen", sagte Innenminister Thomas de Maizière (CDU).

Auch das Europäische Parlament wird dem Abkommen voraussichtlich zustimmen. Die drei großen Gruppen, die Konservativen, die Sozialdemokraten und die Liberalen signalisierten Zustimmung. Noch im Februar hatte das Parlament das Abkommen gekippt. Die nächste Gelegenheit zur Abstimmung besteht in der kommenden Woche, wenn das EU-Parlament zu seiner Plenarsitzung in Straßburg zusammenkommt.

De Maizière begrüßte die Haltung des Parlaments und verwies insbesondere auf Verbesserungen, die das Abkommen enthalte. Insgesamt sei es gelungen, "in dem Abkommen gleichermaßen Sicherheits- wie Datenschutzbelange in einem ausgewogenen und angemessenen Verhältnis zu berücksichtigen", sagte de Maizière und fügte hinzu: "Für die traditionell guten transatlantischen Beziehungen werde durch diese Entscheidung ein positives Signal ausgesendet."

Die US-Behörden greifen bereits seit 2001 auf die Bankdaten von Swift zu. Sie machen geltend, dass sie die Bankdaten im Anti-Terror-Kampf benötigen. Bis vor kurzem wurden die Swift-Daten auf zwei identischen Servern in Europa und den USA gespeichert und konnten somit von den Amerikanern verwendet werden.

Seit 2010 werden europäische Bankdaten von Swift allerdings ausschließlich innerhalb Europas verarbeitet und gespeichert und sind somit für die USA nicht ohne Weiteres zugänglich. Daher ist ein Abkommen notwendig.