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Finanzberatung:Die Risiken des Produkts und die Provisionen der Berater beachten

Risiken

Wie schnell selbst die Aktie eines bekannten Weltkonzerns abstürzen kann, hat im vergangenen Jahr Volkswagen bewiesen. Auch bei Anleihen und Genussrechten rät Nauhauser: "Keine Einzeltitel kaufen." Vielmehr sei es wichtig, die Risiken zu streuen: Wer schon Aktien besitzt, sollte zusätzliches Geld besser in Renten- oder Immobilienfonds anlegen - und umgekehrt.

Die Stichprobe der Stiftung Warentest zeigt, dass einige Berater das Geld auf zu wenige Anlagen verteilen würden oder einen zu hohen Aktien-Anteil vorschlagen. Deshalb sollten Sparer klar sagen können, zu welchem Zweck sie anlegen wollen und welchen Verlust sie schlimmstenfalls verkraften könnten. "Wer das Geld zum Leben braucht, kann damit natürlich auch kein Risiko eingehen", sagt Nauhauser.

Provisionen

Banken machen ihren Beratern Vorgaben, welche Anlagen sie von welchen Partnern empfehlen sollen. Außerdem erhalten sie unterschiedliche Provisionen für die Produkte. An den günstigen ETFs verdienen die Banken zum Beispiel wenig. In der Stichprobe der Stiftung Warentest haben deshalb nur wenige Berater von sich aus ETFs empfohlen.

Sparern sollte bewusst sein, dass Berater stets eine Vorauswahl der Produkte treffen. "Bei größeren Anlagesummen sollten Verbraucher Vergleichsangebote anderer Banken einholen", sagt Kühnlenz von der Stiftung Warentest. Wenn der Berater empfiehlt, bestehende Verträge zu kündigen, sei Skepsis angebracht: Das bringe der Bank Provisionen ein, dem Kunden aber nur neue Gebühren.

© SZ vom 20.01.2016/vit
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