EZB: Finanzhilfen für Griechenland:"Vergiftete Debatte"

Diese optimistische Sicht auf die Dinge steht in starkem Kontrast zur breiten öffentlichen Meinung. Die meisten Ökonomen gehen nämlich davon aus, dass es Griechenland nicht schafft. An den Finanzmärkten zeigen die Preisentwicklungen, dass Investoren auch eine unkontrollierte Pleite des Landes nicht ausschließen. Aber muss es so schlimm kommen?

"Athen ist auf einem guten Weg"

"Wir erleben eine vergiftete Debatte", sagt Folker Hellmeyer, Chefanalyst der Bremer Landesbank. Die griechische Wirtschaft sei in diesem Jahr um vier Prozent geschrumpft. "Die griechische Bevölkerung bezahlt einen hohen Preis", so Hellmeyer. Das Land habe 2010 sein Haushaltsdefizit um fünf Prozentpunkte gesenkt. "Das hat noch kein anderes Land jemals geschafft." Es dauere eben ein paar Quartale, bis die fiskalischen Effekte Wirkung zeigen und die griechische Wirtschaft wieder anspringe. "In zwölf Monaten ist die Debatte vorbei, Athen ist auf einem guten Weg."

Die fiskalischen Effekte - das sind die Sparmaßnahmen und Privatisierungen der Staatsbetriebe - auf die kommt es an. Der griechische Haushalt muss ins Plus, das ist die Bedingung. "Erst wenn Griechenland wieder einen Primärüberschuss erzielt, kann eine tragfähige Umschuldung auf den Weg gebracht werden", sagt Utermann. Dann würden die Zinsen für Griechenland sinken, sodass sich das Land auch bald wieder selbst refinanzieren könne. Bleibt die Frage: Wer bekommt den Gewinn der EZB? Allianz-Experte Utermann fordert: "Man sollte diesen Betrag den Griechen geben."

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