Europas Schuldenkrise Moody's stuft mehrere deutsche Landesbanken herab

BayernLB, LBBW und andere staatliche Geldhäuser: Um gleich drei Stufen senkt die US-Agentur Moody's das Rating mehrerer deutscher Landesbanken und ihrer Tochterunternehmen, der Rest kommt nur unwesentlich glimpflicher davon. Mit der Schuldenkrise in der Euro-Zone soll das aber nichts zu tun haben.

Die US-Ratingagentur Moody's hat mehrere deutsche Landesbanken herabgestuft. Wie die Agentur bekanntgab, senkte sie für sechs Landesbanken beziehungsweise ihre Tochterunternehmen das Rating um drei Stufen - bei der BayernLB, der LBBW, der Nord/LB, der Norddeutsche Landesbank Luxembourg, der Deutschen Hypo (beide gehören zur Nord/LB) und der Bremer LB. Um zwei Stufen wurde das Rating für drei Banken gesenkt - Helaba, SaarLB und HSH Nordbank. Das Rating der DekaBank (Sparkassen-Finanzgruppe) wurde um eine Stufe gesenkt. Als einziges Institut kam die Landesbank Berlin ungeschoren davon, ihr Rating wurde bestätigt. Die Überprüfung der WestLB wurde verlängert.

Drei Stufen abwärts: Moody's hat das Rating der BayernLB deutlich nach unten korrigiert.

(Foto: dapd)

Grund für die Abstufung seien die neuen Regeln zur Abwicklung von Banken in Deutschland, denen zufolge auch Eigentümer von Anleihen stärker an möglichen Verlusten beteiligt werden sollen. Die Wahrscheinlichkeit einer externen Unterstützung der Institute seitens der staatlichen Eigner sei mittlerweile geringer. Die Neubewertung der Landesbank-Anleihen stehe in keinem Zusammenhang mit der aktuellen Schuldenkrisse in der Euro-Zone.

Moody's hatte bereits Anfang Juli angekündigt, die Ratings von zwölf öffentlichen Banken auf eine mögliche Abstufung hin zu prüfen.

Die Banken selbst reagierten auf die Herabstufung bisher gelassen: "Wir gehören immer noch zu den am besten gerateten Instituten - sowohl bei den Landesbanken als auch insgesamt unter den deutschen Banken", sagte ein Sprecher der Landesbank Hessen-Thüringen. Die Bayerische Landesbank rechnet nicht mit unmittelbaren Problemen bei der Beschaffung ihres Finanzmittelbedarfs der Bedarf sei bereits bis in das zweite Quartal 2012 hinein gedeckt, sagte ein Sprecher.

Der Deutschen Sparkassen- und Giroverband bemerkte, die Entscheidung habe keinen Bezug zur wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Häuser. "Die jetzigen Ergebnisse sind keine Neubewertung des Geschäftsmodells der betroffenen Institute", sagte Karl-Peter Schackmann-Fallis, Vorstandsmitglied des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands. "Sie sind vielmehr das Ergebnis einer Änderung der Rating-Systematik bei Moody's."