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Euro-Krise:2013 - das wird teurer

Euro-Rettung beschlossen

Die Währungsunion wird so schnell nicht auseinanderbrechen, aber die Gefahr ist nicht dauerhaft gebannt. So oder so werden die Bürger Europas zahlen, und das gilt vor allem für die reichen Deutschen.

(Foto: dpa)

Große Unwägbarkeiten lauern 2013 - und das ausgerechnet bei einem Thema, das die Bürger unmittelbar angeht und deshalb ängstigt: Was wird aus ihrem Geld? Kanzlerin Merkel sagt, dass die Krise in Europa noch nicht vorbei ist. Die Bürger werden also zahlen müssen.

Herman Van Rompuy, der oberste Europäer, macht den Bürgern zum Jahresanfang Mut: Die Europäische Union habe "das Schlimmste hinter sich", meint der EU-Ratspräsident. Frankreichs Staatsoberhaupt François Hollande sekundiert, die Euro-Krise sei vorerst beigelegt. Nur dumm, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) beim Verbreiten von Optimismus nicht mitmacht. Für sie liegt "noch eine schwere Zeit vor uns". Die Folgen einer "sehr laschen Haushaltsdisziplin" und des Verlustes an Wettbewerbsfähigkeit in der EU könnten nicht schnell behoben werden.

Merkels Sicht der Dinge ist plausibel. Die Kanzlerin beschreibt die strukturellen Probleme der EU, und sie hätte auch die weiterhin ungelöste Schuldensituation nennen können. Die Krisenländer bemühen sich. Ihre Bürger bringen zum Teil große Opfer, aber die Probleme sind nicht gelöst. Griechenland war und ist pleite, und daran wird sich nichts ändern, auch wenn das offiziell nicht so genannt wird. Dank der angekündigten notfalls grenzenlosen Hilfsbereitschaft der Europäischen Zentralbank unter ihrem Präsidenten Mario Draghi verhalten sich die internationalen Geldgeber - "die Märkte" - ruhig. Die Anleger vertrauen der EZB derzeit blind, aber das kann sich rasch ändern.

Gewaltige Risiken

Ein Beispiel: Es ist offensichtlich (auch wenn die Politik dies bestreitet), dass Griechenland einen weiteren Schuldenschnitt braucht, um seine Finanzbeziehungen selbst neu regeln zu können. Aber wie werden sich dann die Märkte verhalten? Viele Unwägbarkeiten lauern 2013 - und das ausgerechnet bei einem Thema, das die Bürger unmittelbar angeht und deshalb ängstigt: Was wird aus ihrem Geld?

Die Risiken im Euro-Raum sind viel beschrieben worden und werden unterschiedlich eingeschätzt. Sie sind in jedem Falle gewaltig. Die Währungsunion wird so schnell nicht auseinanderbrechen, aber die Gefahr ist nicht dauerhaft gebannt. So oder so werden die Bürger Europas zahlen, und das gilt vor allem für die reichen Deutschen. Spätestens in einigen Jahren werden sie, nach Ansicht vieler Experten, mit einer kräftigen Inflation, also mit Geldentwertung zahlen.

Schneller Klarheit geben wird es dagegen an der Steuer- und Abgabenfront, weil im Herbst 2013 Bundestagswahlen sind und die Parteien sich bereits positioniert haben. Der Trend hier: Die Belastungen werden steigen.