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Ermittler untersuchen Milliarden-Deal:Razzia bei der BayernLB

Die BayernLB wird seit Mittwochmorgen von der Münchner Staatsanwaltschaft gefilzt. Die Ermittler gehen dem Verdacht von Straftaten bei der Übernahme der österreichischen Bank Hypo Alpe Adria nach.

"Die Staatsanwaltschaft hat im Zusammenhang mit dem Kauf der Hypo Alpe Adria Ermittlungen aufgenommen", sagte ein Sprecher der BayernLB, die fast vollständig dem Freistaat Bayern gehört. Dabei gehe es um den Verdacht, dass beim Erwerb der HGAA im Jahr 2007 bewusst ein zu hoher Kaufpreis gezahlt worden sei, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Dies würde den Tatbestand der Untreue erfüllen.

BayernLB, Foto: dpa

Die Staatsanwaltschaft hat die Zentrale der BayernLB in München durchsucht.

(Foto: Foto: dpa)

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Die Staatsbank hatte die österreichische Hypo Group Alpe Adria (HGAA) vor zwei Jahren für insgesamt rund 1,7 Milliarden Euro erworben und hält nun 67,1 Prozent der Anteile. Vorstandschef der BayernLB war damals noch Werner Schmidt, gegen den die Staatsanwaltschaft jetzt ermittelt. Es gebe Vorwürfe gegen Schmidt, sagte der CSU-Landtagsabgeordnete Ernst Weidenbusch, der die parlamentarische Kontrollkommission für das staatliche Finanzinstitut leitet.

Wertlose Immobiliendarlehen

Schmidt selbst wollte dazu nichts sagen. "Ich äußere mich niemals zu derartigen Fragen", erklärte er auf Anfrage der Süddeutschen Zeitung. "Ich gebe meine Stellungnahme gegebenenfalls gegenüber den Behörden ab."

Schmidt hatte die BayernLB im März 2008 auf Druck des Verwaltungsrats, der die Staatsbank beaufsichtigt, verlassen müssen. Damals waren nach und nach immer größere Risiken der Landesbank beim Handel mit Kreditpaketen aus den USA bekannt geworden, die zum Teil wertlose Immobiliendarlehen enthielten. Vor einem Jahr musste der Freistaat seine Bank dann mit zehn Milliarden Euro retten.

Mit dem damals von Schmidt betriebenen Kauf der HGAA hatte die BayernLB international weiter expandieren wollen. Die in Kärnten ansässige HGAA ist in mehrenen Ländern Südosteuropas aktiv. Staatsregierung und Landesbank hatten die Übernahme der HGAA als gelungenes Geschäft gefeiert. Die österreichische Bankenaufsicht hatte zuvor aber zahlreiche Mängel bei der HGAA gerügt, die von der BayernLB inzwischen mit Hunderten Millionen Euro gestützt werden muss.