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Ergo: Sex-Orgie in Budapest:Bändchen in drei verschiedenen Farben

Bei der Hamburg-Mannheimer gab es offenbar Bändchen in drei verschiedenen Farben: eine für Hostessen, die keine sexuellen Dienstleistungen anboten, eine für Prostituierte, die nur dem Fußvolk der Versicherung zur Verfügung standen, und eine für die Frauen, die für die Top-Verkäufer reserviert waren.

Die großen Finanzvertriebe MLP und AWD schließen aus, dass es in ihren Unternehmen ähnliche Lustreisen gegeben habe. "So etwas kommt bei uns nicht vor", heißt es auch bei den Versicherungskonzernen Axa und Generali. Dass Sexpartys ein branchenübliches Incentive, ein Leistungsanreiz für Vertreter sein könnten, hält auch Markus Dumsch für abwegig.

Der Sprecher der Interessengemeinschaft der Vertretervereinigungen der Allianz sagt: "So etwas habe ich nicht erlebt - und ich bin auf vielen Reisen der Allianz dabei gewesen, dort geht es stets sehr familiär zu."

Kritischer sieht Verdi-Gewerkschafter Jörg Reinbrecht die Angelegenheit: "Der Imageschaden für die Branche ist groß." Deshalb sollten sich die Vorstände Gedanken machen, ob der Vertrieb von Versicherungen über Scheinselbstständige der richtige Weg sei, oder ob man das nicht besser mit Angestellten mache.

Luxuriöse Reisen und pompöse Feste für bewährte Vertreter gehören zum Anreizsystem jeder Versicherung. Nur mit einem Pokal oder einer Urkunde lassen sich die wenigsten zu Höchstleistungen anspornen. Dass es beim Feiern auch mal so laut wird, dass sich andere Hotelgäste beschweren, kommt vor. Auch ein Ballett Tropical darf Programm sein.

Dass sogar Belohnungen für Geschäftspartner in Form sexueller Dienste in der Wirtschaft nicht unüblich waren, zeigt eine interne Anweisung der Deutschen Bank, die diese erst im Jahr 2008 an ihre Mitarbeitern gab. "Die Deutsche Bank billigt keinerlei Erwachsenenvergnügungen und wird solche Ausgaben nicht ersetzen", heißt es in einer Spesenrichtlinie. Die Firmenkreditkarte solle für derartige Vergnügungen nicht genutzt werden.

Verantwortliche haben Firma verlassen

Auch Ergo hat Konsequenzen aus der Affäre gezogen. Seit 2008 gilt ein Verhaltenskodex, der dafür sorgen soll, dass sich so etwas nicht wiederholt. Die Verantwortlichen haben die Firma verlassen. Aktionär Knoll ist zufrieden: "Damit ist für mich die Sache abgehakt."