bedeckt München 23°

Erdbeben in Japan: wirtschaftliche Folgen:Börsen trotzen der Katastrophe

Die Börsen sind vom schweren Erdbeben geschockt - Japan ist die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt und einer der größten Exporteure. Die Auswirkungen der Katastrophe sind von New York bis Frankfurt zu spüren. Eine Panik bleibt allerdings aus.

Die Weltbörsen kannten am Freitag nur eine Richtung: nach unten. Das schwere Erdbeben in Japan löste Schockwellen an den Handelsplätzen aus. Nach den Unruhen in Nordafrika steigerte die Katastrophe in Asien die Verunsicherung der Anleger.

Die Auswirkungen auf die Wirtschaft sind in ihrer ganzen Breite noch unklar. Fest steht nur, dass die Schäden enorm sind. Etliche Fabriken stehen still, Felder sind überflutet, die Energieversorgung ist teils zusammengebrochen. Auf Versicherer wie die Munich Re (die frühere Münchener Rück) könnten erhebliche Kosten zukommen.

Der europäische Leitindex EuroStoxx 50 stand gegen Mittag ein Prozent im Minus, genauso wie das wichtigste deutsche Börsenbarometer Dax, das unter die psychologisch wichtige Marke von 7000 Punkten rutschte. Auch London und Paris verloren, genauso wie Hongkong, Schanghai und vorbörslich die großen US-Börsen NYSE und Nasdaq. Am stärksten traf es den Nikkei-Index in Tokio, der um fast zwei Prozent auf 10.254 Punkte abrutschte.

Die Naturkatastrophe könnte die Märkte weiter verunsichern, urteilte die Commerzbank in einer Studie. Die Anleger sind ohnehin nervös wegen der Unruhen im Nahen Osten und der hohen Staatsverschuldung im Euroraum und den Vereinigten Staaten. Erst jüngst hatte sich der weltgrößte Anleiheinvestor Pimco aus US-Staatspapieren verabschiedet. Hedgefonds-Titan Carl Icahn hatte angekündigt, den Anlegern ihr Geld auszuzahlen und seine Entscheidung auch mit der Sorge um neue wirtschaftliche Turbulenzen begründet.

Und nun das Erdbeben in Japan. Fernsehbilder von einer explodierenden Erdölraffinerie außerhalb Tokios flimmerten über die Fernsehschirme; in einem Turbinengebäude eines Atomkraftwerks brach ein Feuer aus, das nach Behördenangaben aber gelöscht werden konnte ohne dass Radioaktivität ausgetreten sei; fünf Reaktoren in der am schwersten betroffenen Region im Nordosten der Hauptinsel Honshu wurden automatisch heruntergefahren.

Naturkatastrophe in Japan

Wirtschaftsmacht im Chaos