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Neuer Job für ehemaligen Bundesbanker:Axel Weber geht zur Großbank UBS

Seit er als Bundesbank-Präsident hingeschmissen hat, ist Axel Weber als Chef der Deutschen Bank im Gespräch. Doch Weber ging zunächst als Professor nach Chicago. Jetzt kommt er wahrscheinlich an einen lukrativen Job in der Finanzindustrie: Er soll Verwaltungsratschef der UBS werden.

Ein Posten in der Bankenbranche lockt: Der frühere Bundesbank-Chef Axel Weber soll Präsident der Schweizer Großbank UBS werden. Weber soll bei der nächsten ordentlichen Generalversammlung im Mai 2012 in den Verwaltungsrat gewählt werden, wie die UBS am Freitag mitteilte.

Bundesbankpräsident Weber bei Handelsblatt-Tagung

Der damalige Bundesbankpräsident Weber auf einer Tagung 2010.

(Foto: dpa)

Weber solle zunächst Vizepräsident werden. Nach seinem ersten Amtsjahr 2013 werde er dann den derzeitigen Verwaltungsratschef Kaspar Villiger ablösen. Zur Zeit arbeitet Weber ein Jahr lang als Gastprofessor an der Universität in Chicago.

Weber hatte im Frühjahr überraschend bekanntgegeben, als Chef der Bundesbank auszuscheiden. Kanzlerin Angela Merkel hatte bis dahin geplant, ihn als EZB-Chef vorzuschlagen.

Seit seinem Abschied wird Weber als möglicher Nachfolger für Josef Ackermann gehandelt, den Chef der Deutschen Bank. Im Falle eines UBS-Engagements kommt Weber für diesen Posten aber nicht mehr infrage. "Sollte ich zu einem Finanzinstitut gehen, entscheiden meine Kollegen im Bundesbank-Vorstand, wie lange der Abstand zu meinem Abschied sein muss", sagte Weber im Februar dem Spiegel. Üblich sei ein halbes Jahr.

Die NGO Lobbycontrol kritisiert einen solchen Seitenwechsel in die Wirtschaft. Ein ehemaliger Bundesbanker würde einer Privatbank privilegierte Zugänge zur Politik und zur Finanzaufsicht ermöglichen, das sei höchst problematisch. Für einen Wechsel von Weber fordert Lobbycontrol eine Abkühlphase von mindestens drei Jahren.