Digitalisierung:Planlos in die Zukunft

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Die Immobilienbranche verkennt die Möglichkeiten, die neue Techniken bieten. Viele Unternehmen haben zwar große Erwartungen, erhoffen sich beispielsweise bessere Arbeitsabläufe, aber sie investieren nicht. Und bremsen sich so selbst aus.

Von Simone Gröneweg

Intelligente Häuser, vernetzte Mieter und effizientere Bauplanungen - die Digitalisierung bietet der Immobilienbranche viele technische Möglichkeiten. Die mittelständischen Immobilienunternehmen hierzulande hegen auch große Erwartungen, was das Thema Digitalisierung angeht. Sie hoffen etwa auf effizientere Arbeitsabläufe. Ihre Investitionsbereitschaft fällt jedoch eher gering aus. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage des BFW Bundesverbandes Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen, dem derzeit etwa 1 600 Firmen angehören. Der Verband befragte in erster Linie Bauträger, Verwalter, Bestandshalter, Projektentwickler sowie Planer. Mehr als die Hälfte der befragten Firmen arbeitet im Bereich Wohnimmobilien, bei der Mehrheit handelt es sich um inhabergeführte Unternehmen. Abgesehen von digitalen Vorreitern hätten die meisten Firmen erst digitale Grundlagen umgesetzt. Als größte Hürden nannten die Verantwortlichen hohe Kosten, Zeitmangel und fehlendes qualifiziertes Personal.

Die Befragung offenbarte auch, dass viele Firmen gar keine konkreten Maßnahmen planen. So gaben 77 Prozent an, dass sie keine zusätzlichen Mitarbeiter einstellen wollten. Mehr als die Hälfte hat keinen Umsetzungsplan für die Digitalisierung. "Die Umfrage ergibt, dass die Unternehmen große Erwartungen an die Digitalisierung haben. Sie investieren aber noch zu wenig in eigene Spezialisten und in die notwendigen Technologien. So können die vorhandenen Potenziale nicht erkannt und genutzt werden", resümierte BFW-Präsident Andreas Ibel. Die Unternehmen drohen also sich selbst auszubremsen. "Dabei verkennt die Mehrheit das große Potenzial, das die Digitalisierung für das Entwickeln neuer Geschäftsmodelle bietet", warnt Ibel. So glauben 70 Prozent der Verwalter und Bestandshalter sowie 56 Prozent der Bauträger und Projektentwickler nicht daran, dass sie durch die Digitalisierung neue Geschäftsfelder erschließen können.

Ibel plädiert für einen stärkeren Austausch mit anderen Immobilienunternehmen und anderen Branchen, die sich als digitale Vorreiter hervorgetan haben. Der BFW jedenfalls ist bereits aktiv; er hat im vergangenen Jahr einen Digitalisierungsbeirat gegründet, der sich aus zehn Unternehmen zusammensetzt.

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