Die großen Spekulanten (38):Die erste Milliarde ist die härteste

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Auf dem Weg nach oben hat er sich viele Feinde gemacht. T. Boone Pickens zieht das doppelte O seines Namens zu einem langen UUU, so dass es nur noch ein bisschen so klingt wie das T-Bone-Steak. "Unternehmens-Pirat" nannten ihn einige, das Fortune-Magazine kürte ihn zum "meistgehassten Mann Amerikas". Feindliche Übernahmen waren in den achtziger Jahren seine Spezialität, er kaufte sich ein, setzte Geschäftsführer unter Druck, ließ Mitarbeiter feuern.

"Geld habe ich genug verdient"

1997 gründete T. Boone Pickens einen Hedgefonds, an dem er bis heute knapp die Hälfte der Anteile hält. Das war kurz vor seinem 70.Geburtstag - aber er denkt eben modern, wohl auch deshalb sind viele seiner Spekulationen ein Erfolg. Viele, aber nicht alle.

Gerade muss er wohl die bitterste Niederlage seines langen Lebens einstecken: Die Finanzkrise macht auch vor Legenden nicht halt, das Wall Street Journal berichtete im August, dass sein Energie-Hedgefonds 30 Prozent im Minus sei, sein Rohstoff-Fonds sogar 84 Prozent. Macht alles in allem einen Verlust von einer Milliarde Euro. Und das bei einem Mann, dessen Buch "Die erste Milliarde ist die härteste" ein Bestseller ist. Sein Privatvermögen soll nun um 270 Millionen Dollar geschrumpft sein. Kein Grund, sich Sorgen zu machen, es dürfte immer noch für einen goldenen Ruhestand reichen.

Dafür wäre es eigentlich an der Zeit, ist Pickens doch dieses Jahr 80 geworden. Er könnte sich ausruhen, mit seiner vierten Ehefrau Madeleine spazierengehen, sich mit seinen fünf Kindern treffen und seine rund ein Dutzend Enkel knuddeln. Tut er aber nicht. T. Boone Pickens denkt weiter an die Zukunft. Das Öl, das ihn reich gemacht hat, sei nun Vergangenheit, sagt er. Eben deshalb schaltet er den "Ich bin T. Boone Pickens"-Spot amerikaweit. "Ich war mein gesamtes Leben lang ein Öl-Mann, aber aus dieser Situation können wir uns nicht herausbohren", verkündet er da. Über 50 Millionen Dollar soll er ausgegeben haben für ganzseitige Anzeigen in Zeitungen und TV-Spots. Er verkündet, dass er sich Sorgen mache, weil Amerika zu abhängig sei von Öl-Importen aus anderen Staaten. Deshalb hat er einen Plan, den Pickens-Plan.

Wind und Wasser, das ist der Plan, die Energiewende für Amerika. Und weil T.Boone Pickens immer groß denkt, hat er ein gigantisches unterirdisches Wasserreservoir gekauft und baut die größte Windanlage der Welt in Pampa, Texas. Schon zwei Milliarden Dollar hat er investiert. Regelmäßig streift er mit seinem gelben Geländewagen, Marke Hummer, vorbei, um den Stand der Bauarbeiten zu kontrollieren. 22 Prozent der Elektrizität könne aus Wind gewonnen werden, sagt Pickens. Er schätzt nicht. Er weiß, sagt, befiehlt, bestimmt.

Ums Geld gehe es ihm nicht, sagt er. "Geld habe ich genug verdient." Fraglich, ob jemand wie Pickens jemals genug hat. Denn sehr wahrscheinlich wird er verdienen. Experten sind sich einig, dass Trinkwasser in einiger Zeit knapp und damit teuer sein wird. Und dass alternative Energien die Zukunft sind. Die Frage ist nur, wann sich die Spekulation für T. Boone Pickens auszahlt. Ist er doch schon 80 Jahre alt. Dass es ihn irgendwann nicht mehr geben könnte, damit rechnet der Mann mit dem TV-Bösewicht-Gesicht anscheinend nicht. Denn dem Tod, dem hat er doch schon bei seiner Geburt ein Schnippchen geschlagen.

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