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Die Frage nach dem Taschengeld:Von zwei bis 70 Euro

Die Höhe des Taschengeld beschäftigt viele Eltern. "Die einen machen sich Sorgen, dass sie ihr Kind zu sehr verwöhnen, die anderen, dass ihr Kind zum Außenseiter wird, wenn es weniger bekommt als die Freunde", sagt Lampmann. Generell könne man beobachten, dass Eltern, die es sich leisten können, eher zu viel geben als zu wenig, sagt er. Es gibt Vorschläge für die Höhe des Taschengeldes, zum Beispiel vom NRW-Familienministerium. Dort wird empfohlen, Erstklässlern zwischen 1,50 und 2 Euro in der Woche auszuzahlen. Bei älteren Kindern empfiehlt sich eine monatliche Auszahlung, beispielsweise 70 Euro für 18-jährige Teenager. Aber letztlich sollten Eltern überlegen, was das Kind vom Taschengeld zahlen soll und was nicht. Daraus ergebe sich schnell eine Summe. In vielen Familien ist Taschengeld ein ständiges Streitthema.

Denn natürlich bekommen alle Anderen mehr Geld, jedenfalls in den Erzählungen der Kinder. "Genauso wie alle Anderen länger aufbleiben und länger fernsehen dürfen", sagt Lampmann. Er ist Vater von zwei erwachsenen Töchtern. Dass die Höhe des Taschengeldes ständig diskutiert wird, liegt auch daran, dass Kinder damit für die eigene Selbständigkeit streiten. Über Geld verfügen zu können, bedeutet, eigene Entscheidungen treffen zu können, einen eigenen Einflussbereich zu haben. "Selbstwirksamkeit" nennt Jörg Lampmann das.

Letztlich bedeutet das eigene Geld also auch, dass Kinder unabhängig werden. Dass sie langsam anfangen, ihren eigenen Weg zu gehen. Auch Eltern müssen das manchmal erst lernen.

"Ich habe mich plötzlich sehr erwachsen gefühlt"

Christiane Teetz kennt dieses Gefühl aus ihrer eigenen Kindheit. Sie erzählt, dass sie als Teenager mit ihren Eltern eine Abmachung getroffen hat. Ihr Taschengeld wurde um eine stattliche Summe erhöht, dafür musste sie alle Klamotten selbst zahlen. Im Endeffekt habe das die Eltern vermutlich dieselbe Summe gekostet. Die Wirkung, die das auf Christiane Teetz hatte, war groß. "Ich habe mich plötzlich sehr erwachsen gefühlt", erinnert sie sich. Bei ihren Söhnen spielt das Thema Kleidung noch keine große Rolle, sie wundert sich manchmal darüber. Der Große, der so viel spart, sei nicht besonders eitel und mache sich eher wenig aus Markenklamotten. Und das obwohl Familie Teetz in Eppendorf wohnt, einem wohlhabenden Stadtteil von Hamburg. Sie hat den Eindruck, dass die Kinder nicht nur teure Markenkleidung tragen, sondern auch sonst über relativ viel Geld verfügen. "Manchmal mache ich mir Sorgen, dass mein Sohn ins Abseits gerät, wenn er da nicht mithält."

Auch der Jüngere macht sich wenig aus Kleidung. Aber er hätte gerne ein teures Smartphone. Alle in seiner Klasse hätten das, schimpft er oft. Als er sich das Smartphone irgendwann selbst kaufen wollte - er hatte Geld von der Oma bekommen - hat Christiane Teetz ihm das kurzerhand verboten. Bei diesem Thema ist sie dann doch konsequent. "Ich bin der Meinung, mit zwölf Jahren braucht man das noch nicht." Noch trifft sie diese Entscheidung für ihr Kind.

© SZ vom 24.05.2014/webe
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