Die Fälle Madoff und Kerviel – Das System Kerviel

Kerviel kommt aus dem bretonischen Nest Pont-l'Abbé, seine Mutter ist Friseurin, der Vater Schmied. Seinen Master für Finanzwesen schloss er an der Massenuniversität Lyon II ab, in der Société Générale gehörte er nur zum Mittelfeld der Händler.

Er begann, über sein Limit hinaus zu spekulieren und setzte immer mehr Geld ein. Es sei "eine Flucht nach vorne" gewesen, hat Kerviel einmal gesagt. Erst als die Gewinne der Börsenhändler im Zuge der Finanzkrise ab 2007 einbrachen, fielen seine Spekulationen auf. Seine Vorgesetzten hätten davon gewusst, sagt Kerviel. Das Gericht fand dafür keine Anhaltspunkte. Die Bank räumte zumindest Lücken in der Risikokontrolle ein und musste eine von der Bankenaufsicht verhängte Strafe in Höhe von vier Millionen Euro bezahlen.

Bild: afp 5. Oktober 2010, 16:422010-10-05 16:42:19 © sueddeutsche.de/sop/bbr/mel