Deutsche Bank:Warum den Deutschen Ackermann unheimlich ist

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Gute Ackermänner, schlechte Ackermänner

Die Bosse sollen sich einordnen, am besten sogar unterordnen; Manager sollen Jobs schaffen, aber nichts sagen. Spätestens seit Hans-Olaf Henkel, dem schneidigen Industriepräsidenten der 90er Jahre, hat man hierzulande genug von Besserwissern aus der Wirtschaft.

Die Deutschen also würden am liebsten unterscheiden in gute Ackermänner und schlechte Ackermänner. Die guten Ackermänner sollen die Unternehmen des Landes gegen alle Wettbewerber verteidigen und als nationale Marke erhalten: Volkswagen und Daimler, die Commerzbank und auch die Deutsche Bank. Die schlechten Ackermänner dagegen erscheinen ihnen unheimlich, weil sie "Profit, Profit, Profit" verlangen; dieser Manager-Typus soll verschwinden, wahlweise in die Schweiz oder ins Gefängnis.

Ackermann wäre gerne verschwunden und als Professor an eine Hochschule gegangen. Nun aber bleibt er bis 2013 bei der Deutschen Bank, weil sich nirgendwo ein geeigneter Nachfolger findet. Denn es gibt nur wenige Jobs, in denen es so schwer ist, es allen recht zu machen: SPD-Vorsitzender vielleicht noch, oder Trainer des FC Bayern München.

Die deutschen Ackermänner, die guten und die schlechten, werden auch weiterhin anecken, man wird sie anfeinden, und sie müssen damit leben, dass dies so ist, gerade auch die Banker. Denn vor allem die Finanzindustrie mit ihren waghalsigen Geschäften hat gravierende Fehler gemacht. Mit guten Zahlen allein aber werden sie die Deutschen nicht für sich gewinnen.

Gerade in der Krise kann man deutliche Selbstkritik erwarten, erst recht vom Chef der Deutschen Bank. Denn auch Ackermanns Institut war Teil eines Systems, das die Weltwirtschaft ins Taumeln gebracht hat. Sollte Ackermann zu solcher Selbstkritik bereit sein, so wäre der Satz von Abs ein guter Anfang: Gewinn ist gut, aber nicht alles.

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