Commerzbank Profit für den Staat

Die Commerzbank möchte die Staatsbeteiligung loswerden und der Bund will nicht Banker sein. Darum wird der Ausstieg des Staates bei der Bank forciert. Doch Berlin könnte auch verdienen.

Ein Kommentar von Helga Einecke

Staat und Steuerzahler haben die Commerzbank vor dem Untergang bewahrt. 18 Milliarden Euro hat das gekostet. Nun schreibt die Commerzbank wieder Gewinn. Sie soll dieses Geld so schnell wie möglich hergeben, fordern unisono die Bundesminister für Wirtschaft und Finanzen. Das klingt gut, sollte aber noch überdacht werden.

Wenn der Staat noch länger an der Commerzbank festhält, könnte er Geld verdienen.

(Foto: REUTERS)

Im ersten Halbjahr hat die Commerzbank eine Milliarde Euro Gewinn gemacht, den sie hergeben könnte. Aber außer dem Staat und den Steuerzahlern gibt es noch eine Menge anderer Eigentümer, die ihre Hand aufhalten. Außerdem muss die Bank investieren, um auch in Zukunft im Wettbewerb mit den Sparkassen oder der Deutschen Bank bestehen zu können. Ganz so stark, wie der Gewinn vermuten lässt, ist die Bank nämlich noch nicht. Was nützt es, wenn der Staat einige Millionen zurückerhält, die Bank aber dann bei der nächsten Gelegenheit wieder stützen muss?

Der überwiegende Teil der 18 Milliarden des Staats ist als stille Einlage geflossen. Auf die sind Zinsen von neun Prozent fällig, falls die Bank Gewinne macht, was ja nun der Fall ist. Wenn der Staat noch länger an der Commerzbank festhält, kann er auf diese Weise 1,5 Milliarden Euro pro Jahr einnehmen.

Es handelt sich um ein lohnendes Investment, falls die Bank Gewinne schreibt. Darüber sollte man in den Ministerien nachdenken; das passt in die Zeit des Sparens und der Konsolidierung der Staatsfinanzen.

Selbst für eine Rückzahlung in Raten müsste die Commerzbank Teile ihrer Geschäfte verkaufen oder sich an der Börse weiteres privates Kapital beschaffen. Sie hat aber das Pech, dass es an der Börse mit ihrem Aktienkurs derzeit nicht aufwärts gehen mag.